Die Schwertberger feierten und machten ihrem Namen alle Ehre. Für diejenigen, die den Namen der Gruppe nicht kennen sollten, sie heißen Eysenklang, und genau diese Klänge hörte man am ganzen Wochenende, doch fangen wir am Anfang an.
Am Anfang war das Wort und das Wort lag bei Martin, dieser versandte nämlich die Einladungen zum Saisonausklangsfest (schon wieder „klang“ ), mein Gedanke war rasch gefasst und ich entschloss mich dort hin zu fahren.
Ausschlaggebend für die rasche Entscheidung war das magische Wörtchen „Bogenschießbahn“ und in mir jubilierte der Schütze und es rebellierten die Finger und auch die Schulter.
Freitag nach der Arbeit ging’s noch flugs zu unserem Schmied nach Tschechien, war ja eh nur ein Umweg von fast 250 km, und dann ab nach Oberösterreich. Nachdem ich fauler Hund mein Zelt und mein Bett nicht wieder vom Lager runterschleppen wollte, bat ich Clemens, den Obmann der Schwertberger, mit eine Pension zu suchen und prompt fand er eine sehr, sehr nette in Hinterholz (nein, nicht 8 sondern 14).
Als wir das Zimmer betraten, traute ich meinen Augen nicht, ein Zimmer fast so groß wie meine Wohnung, 3 Betten, Couch, Fernseher und Sat-Receiver, ein extra Badezimmer mit Toilette, 2 Schränke und eine Terrasse und das alles für € 19,--. Ich musste mich zwingen, das Zimmer am Abend doch noch zu verlassen, zu verlockend war der Gedanke einfach vor dem Fernseher die Patschen zu strecken und gemütlich einzuschlafen, aber es gewann dann doch die Vorfreude darauf, die Leute wieder zu treffen, und so machten wir uns auf nach Windegg zum Pfadfinderplatz. Nach läppischen 10 km Fahrt fanden wir dank dem Navi und trotz Nachtblindheit sofort die Anlage und fuhren mit dem Auto bis zum Lagerplatz. So mag’s der Harry, keinen überflüssigen Meter gegangen. :-D
Die Begrüßung der lange nicht Gesehenen war herzlich und ausgiebig, und schon ging’s daran, die allseits berühmte oder evtl. doch eher berüchtigte Dreynblödheit zu verbreiten (mit Erfolg, wenn ich das hier anmerken darf). Der Abend verging schnell und lustig und um 23 Uhr machten wir uns auf die Heimreise.
Am nächsten Morgen ging der Traum in der Pension weiter, das Frühstück wurde serviert, zwar nicht im Bett, aber in einem extra Frühstücksraum, Brot, Semmeln, Kornspitz, Wurst, Schinken, Käse, Butter, Marmelade, ein Kuchen usw. usw. Ein Irrsinn, hab ich schon erwähnt, dass das alles nur € 19,--/Nacht gekostet hat? Nun denn, so gestärkt und gut gelaunt ging’s ans Einkaufen. Nachdem in der Einladung stand, dass Selbstversorgung herrschte, statteten wir somit einer Supermarktkette einen Besuch ab und deckten uns mit Nahrungsmitteln für einen Tag ein und machten uns erneut auf den Weg zum Lagerplatz.
Als wir dann das Lager bei Tageslicht sahen, entdeckten wir erst, wie viele Gäste schon da waren. Die stärkste Fraktion stellten wohl die Freunde aus Polen dar. Sie waren mit ca. 30 Mann (und Frauen) angereist und hatte dazu noch ca. 1000000000000 kg Essen mit, zumindest hatte es den Anschein. Das einzige was ihre Massen an Essen noch übertraf, waren die Mengen an Alkohol und ihre Herzlichkeit. Den Einkauf hätten wir uns somit sparen können, denn die Polen hatten genialen Schinken, Braten, Würste, darüber hinaus kochten sie auch noch hervorragend und überschwemmten die angereisten Gäste mit ihrer Gastfreundschaft.
Als ob das nicht genug gewesen wäre, boten sie uns auch hemmungslose Gewaltakte in Sachen „Interpretation von Freikämpfen in Polen“ und zerdengelten sich ihre Rüstungen und Schilde mit Kolben, Schwertern, Messern usw. Verletzungen gab es fast keine, nur die eine oder andere Hand kam etwas dicker aus dem Kampf als sie rein gegangen war, aber alles in allem ging es glimpflich ab.
Ich jedenfalls nahm die Aufforderung zum Bogenschießen sehr ernst und perforierte die Zielscheiben und den Waldboden ausgiebig mit meinen Pfeilen. Es kam wie es kommen musste, nachdem es dort außer mir weitere unbedarfte Bogenschützen gab, wurde ich prompt dazu eingeteilt, Schießunterricht zu geben. Es hätte niemanden unpassenderen geben können als mich, aber was soll’s. Der Tag verging viel zu schnell, der Abend ebenso. Die Polen feierten ihre Freikämpfe und feierten, dass sie mal wieder „on the road“ waren, der Widerling freute sich, dass niemand vor seinem Dudelsack (kill mich nicht Stephen, aber es ist mir egal wie dein Sack jetzt genau bezeichnet wird) davon lief und so verging der Abend bzw. die Nacht wie im Flug. Nachdem ich aber wieder retour zur Pension fahren musste, ließ ich es um ca. 1 Uhr gut sein und fuhr retour.
Am nächsten Morgen gab’s wieder das geniale Frühstück und wir traten die Heimreise an.
Alles in allem ein geniales und vor allem extrem gemütliches Abschlussfest für die Saison 2009.
Mein besonderer Dank gilt
Clemens, der mir das Quartier besorgt hat.
Martin für die Wegbeschreibung
den Polen für ihre Herzlichkeit und ihr Essen
meinem Bogen, dass er es unbeschadet überstanden hatte, rd. 500 Pfeile zu verschießen.
meiner Begleitung Christina, die mich mal wieder ertragen musste und der ich sehr, sehr herzlich zu ihrer bestandenen Diplomprüfung und somit zum fertigen Diplomingenieur für Verfahrenstechnik gratulieren möchte.
Ich persönlich freu mich jedenfalls auf 2010 und somit aufs nächste Fest!