Heidenreichstein 2007 geht in unsere Annalen als das Fest der vielen Überraschungen ein. Hier eine kurze Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Überraschung Nr. 1: Das Fest findet überhaupt statt. Das war ja im Vorfeld nicht so ganz klar, und die Entscheidung darüber fiel erst knapp drei Monate vorher. Aber das ist gut so.
Überraschung Nr. 2: Wir sind dabei. Naja, man könnte denken: „Wahrscheinlich waren alle anderen Gruppen schon gebucht an diesem Wochenende …“, aber …
Überraschung Nr. 3: … unser aller Lieblingsnarr Torxes war für das „künstlerische Gesamtkonzept“ zuständig. Und dass er auf Qualität bei der Auswahl der auftretenden Gruppen Künstler wert legt, hat er schon allein dadurch unter Beweis gestellt, das er selber nicht anwesend war :-P … dafür aber sandte er uns als Betreuer und Ablaufverantwortlichen …
Überraschung Nr. 4: … den lieben (hus-)Carli-Onkel Flo, der, wie wir feststellen konnten, nicht nur gute Fotos macht (Anmerkung: die, die ihr hier unten seht sind fast alle von ihm) und feine Berichte schreibt, sondern auch die ganze Vor-Ort-Orga bravourös meisterte. Dummer Hut ab.
Überraschung Nr. 5 war eigentlich schon im Vorfeld – zwei Tage vor der Veranstaltung hatten wir vom besten Torxes von allen erfahren, dass wir neben unserer Fechtvorführung auch noch „irgendwas kurzes am Abend, so halt ein bissl zwanglos in die Goschn hauen“ machen sollten. Tja, da ja Flexibilität und Improvisation unsere zweiten und dritten Vornamen sind, haben wir uns flugs ein wenig Crash-Glas zum Über-die-Rübe-Schmettern besorgt, uns schon am Freitag Abend vor Ort eine Choreographie für eine Wirtshausschlägerei ausgedacht, diese am Samstag einmal kurz „trocken“ geübt und dann am Samstag Abend locker aufs Parkett bzw. Kopfsteinpflaster gelegt. Nun, was soll ich sagen …
Überraschung Nr. 6, 7 und 8: Es hat wunderbar funktioniert, die Leute waren begeistert und niemand von uns hat sich weh getan. Insider munkeln, dass letzteres die größte Überraschung war …
Überraschung Nr. 9: Eigentlich hätte ich auch schon im Vorfeld stutzig werden sollen als mich der Freygeyst unschuldig (ich konnte seinen Augenaufschlag durchs Telefon sehen …) fragte, ob denn einer von uns „eine laute Stimme habe“ – es gäbe am Anfang nur kurz was anzukündigen. Und ich Depp sag noch „ja, ich“ … Plötzlich und unerwartet fand ich mich als Marktherold wieder, der Stadtschlüssel überreicht, Feuershows „anheizt“ oder versucht, unschuldiges Theaterpublikum noch für einen Spätbesuch am Markt zu keilen. Na warte, Torxes, fürs nächste Mal verlange ich hier Extragage in Form eines extrem dummen Hutes!
Überraschung Nr. 10: Obwohl es im Zentrum von Heidenreichstein eigentlich so gut wie kein Fleckchen Wiese gibt, hatte man es dennoch geschafft, uns einen Lagerplatz zu geben, bei dem man NICHT mit der großen Hilti Löcher in den Asphalt zum befestigen der Heringe hämmern musste und bei dem man NICHT direkt am Hauptplatz mitten unter mehr oder weniger illuminierten Festgästen der Nachtruhe frönen musste. Im Gegenteil – wir erhielten ein ruhiges, beschauliches Platzerl in einem kleinen Hof, in dessen Boden wir auch alle mitgebrachten Heringe problemlos in der Erde versenken konnten … wäre da nicht
Überraschung Nr. 11 gewesen: Seit 9 Jahren fahren wir auf Märkte, noch nie haben wir essenzielle Dinge fürs Lager vergessen – nun, einmal muss das erste Mal sein. Lang waren unsere Gesichter als wir beim Lageraufbau merkten, dass ein Sack mit Zeltschnüren und Heringen es vorgezogen hatte, die Reise ins Waldviertel nicht mit anzutreten. Aber auch hier zeigte sich unser dritter Vorname von seiner besten Seite – und unter Schnakis fachkundiger Anleitung schafften wir es trotzdem, alle Zelte und auch das Sonnensegel aufzubauen – und es ist auch nur einmal zusammengefallen. Lächerlich!
Überraschung Nr. 12 war in diesem Zusammenhang dann noch das Wetter. Rund um Heidenreichstein gab es offenbar an diesem Wochenende Regenfälle der Kategorie „Bau dir eine Arche“ – doch wir selbst wurden großteils davon verschont. Leider wirkte sich das natürlich auf die Besucherzahlen aus, da niemand wirklich damit rechnen konnte, dass es gerade HIER keine Springflut geben sollte, was aber dem letztlich durchwegs positiven Eindruck des Festls keinen Abbruch tat.