Lange Nacht der Museen - die Wiener Rüstkammer - Teil 2
Finally again...
Am Samstag dem 07. Oktober 2006 war es wieder so weit. In Österreich
war wieder die
“Lange Nacht der Museen“ und in Wien war Dreynschlag wieder Live
dabei.
Hr. Dr. Beaufort-Spontin und Hr. Dr. Pfaffenbichler gaben uns erneut die Möglichkeit,
der breiten Öffentlichkeit die Kampfesweisen des 15. Jhd. näher zu
bringen. Dieses Mal nutzten wir ebenso die Gelegenheit, unsere Freunde von „Klingenspiel“
da mit ein zu beziehen.
2 Tage vor dem Event erfuhren wir dann noch, dass sich der ORF anschickte,
noch einen kleinen Appetizer für „Wien – heute“ zu drehen
und dass er sich bereits für 16.00 ankündigte. Aus 16.00 Uhr wurde
dann 15.00 Uhr - was wir allerdings nicht rechtzeitig erfuhren, so musste sich
der ORF in Geduld üben bis sich Oli und Ghul in die Dose geschält
hatten.
Es kam wie es kommen musste, die beiden waren im Blech, machten 2 Techniken
und nach 5 Minuten war wieder alles vorbei und die Reportercrew zog verrichteter
Dinge von dannen. Um 19.00 bei „Wien Heute“ wurden wir dann tatsächlich
gezeigt und sogar namentlich erwähnt, was bei einem knapp einminütigen
Bericht über die gesamte „Lange Nacht“ doch ziemlich nett war!
Um 18 Uhr machten wir uns daran, mit Hr. Dr. Pfaffenbichler die Auswahl der
zu zeigenden Exponate zu treffen und wir suchten ein paar sehr sehr nette Schwerter,
Dolche und Rapiere aus, die dann am Abend von vielen faszinierten Leuten begutachtet
wurden.
Gegen 20 Uhr legten wir dann das erste Mal los. Gemäß unserer Linie
von kleiner Waffe zur großen, fingen wir also mit Dolch an und gemäß
unserem Motto, „Je dümmer der Hut, desto besser der Fechter“
hab ich mich wohl abermals als der Beste der Besten der Besten herausgestellt.
Enzi und meine Wenigkeit zeigten ein paar Hebelchen, Würfe, Stiche und
Konter und gingen von der Zeitnot getrieben rasch zum langen Schwert über.
Dort versuchten wir dem Publikum noch schnell zu erläutern, dass die Kämpfe,
die sie in den Filmen zu sehen bekommen, bestenfalls „Müll“
sind und dass wahre Kämpfe selten länger als 5-6 Schläge lang
waren. Anschließend demonstrierten wir noch einige Prinzipien, wie man
auf gewisse Angriffe oder Verteidigungen zu reagieren hat und übergaben
dann die Bühne an unsere Blechheinis, Ghul und Oli.
Diese präsentierten dem Publikum Halbschwerttechniken von Ringeck und
Thalhoffer und einiges vom „Jeu de la Hache“ mit der Mordaxt. Dank
der wirklich guten Performance und einem ganzen Haufen Blech, blieb den Zusehern
der Mund vor Staunen und Dr. Beaufort-Spontin vor Entsetzen (wegen der Angst
über seinen Marmorboden) offen.
Nach knapp 30 Minuten gaben wir dann weiter an Peter und seine Gruppe Klingenspiel,
die Ihre Show mit Musik und dem Herzeigen der Basisübungen für das
Rapier begannen. Anschließend setzten sie mit den Grundtechniken zum italienischen
Rapier fort und machten auch vor der spanischen und französischen Schule
nicht halt. Eine ausgezeichnete Darbietung für den Interessierten und den
Kenner.
Um 21 Uhr waren wir dann soweit fertig und entließen das Publikum in
den weiteren Genuss der 83 Wiener Museen. Da es bis unserer nächsten Show
um 23 Uhr noch lange Zeit war, wollten wir eigentlich die Möglichkeit nutzen,
um eine Kleinigkeit zu uns zu nehmen, was sich jedoch als größeres
Problem herausstellen sollte, da man in der Umgebung des Heldenplatzes zwar
viel zu sehen bekommt, aber nix zu essen oder zu sitzen. Also blieben wir dann
in einer Filiale einer Kaffeehauskette hängen und durften absolut ungenießbare
Sandwiches, Müsli und Getränke zu uns nehmen. Lediglich Enzi war hellauf
begeistert, was er allerdings immer ist, solang er was süßes zwischen
seine Zähne bekommt! J
Punkt 11 legten wir abermals los, die Müdigkeit machte sich jedoch schon
bemerkbar und so unterliefen uns zwar ein paar kleine Fehler, die war aber wie
immer humorvoll überspielten, sodass zwar das Publikum bemerkte, dass da
was nicht ganz richtig läuft, es jedoch wohl eher als Gag aufnahm, denn
als Fehler.
Abgerundet wurde das Schauspiel von einer weiteren Demonstration von „Klingenspiel“
und um Mitternacht waren dann sowohl wir, als auch Publikum geschafft von der
wirklich langen Nacht der Museen.
Alles in allem ein weiterer netter Tag in den für uns heiligen Hallen
der Wiener Hof-, Jagd- und Rüstkammer, dem wir hoffentlich noch viele folgen
lassen werden.
Bigman.
P.S. Sogar die Presse erkannte unsere Genialität! :-)