So verlockend dieser Satz auch klang, so ernüchternd war der Grund warum
wir diesen in etwa 100 x binnen 3 Tagen zu hören bekamen.
Der Grund für diesen Ausspruch lag in unseren Dreharbeiten bei Agilitas
TV für eine DVD-Produktion in Sachen Schaukampf. Über Umwege erlangte
uns die Anfrage aufgrund der Empfehlung unserer Freunde von den Ochsen
und prompt ließen wir uns nicht lumpen und sagten für eine Lehr-DVD
für Schaukampf zu.
Nach mehrmaligen Verschiebungen des Drehtermins fanden Oli und ich uns letztendlich
am 26. 04. abends in Wien Schwechat ein um nach Krefeld zu fliegen. Dabei hatten
wir etliche Waffen und 40kg Übergepäck, das man uns aber freundlicherweise
nur gering anrechnete, sowie ein Drehbuch, das in etwa 200 Seiten umfasste und
erst am Vorabend fertig geworden war. In Krefeld angekommen wurden von Rudi
Dembach, dem Besitzer des Filmstudios Dembach und seiner Frau empfangen und
ins Hotel gebracht, während der Fahrt bot sich sogleich eine ausreichende
Besprechungsmöglichkeit für die nächsten 4 Tage und so gingen
wir halbwegs informiert und mit einem Minimum an Plan zu Bett…. zum letzten
Mal für über 1 Woche ohne Probleme, aber darauf komme ich später
zu sprechen.
Donnerstag um 9 Uhr war Stellung vor dem Hotel und um 9.30 waren im Studio
und lernten das Team kennen. Sogleich mussten Oli und ich feststellen, dass
wir doch nicht die Könige des Filmzitate-Shitcorners waren, denn Jörg,
der Kameramann übertrumpfte uns beide um Längen. *nochmalshutzieh*
Um 10.30 begannen wir dann mit den Dreharbeiten. Am ersten Tag standen die
allgemeinen Sachen wie Rollen, Fallen, Schläge, Reaktion auf Schläge
usw. auf dem Programm und an diesem Tag lernten wir eine Wortkombination kennen,
die wir beide seither aus unserem Sprachschatz gestrichen haben ... „Nochmal,
bitte!“. So ungefähr 200 x mussten Oli und ich uns auf den Boden
klatschen lassen und was noch schlimmer war, wir mussten wieder aufstehen und
schon hörten wir den zweiten Satz des Wochenendes, „den Harry pudern
bitte!“. Aufgrund von meiner massiven Hauptbehaarung glänzte meine
blank polierte Platte so sehr, dass nur noch Strahlen im Bild waren, aber sonst
nichts mehr, daher musste massig Puder drauf. Die Temperaturen und das zweifelhafte
Vergnügen der umfangreichen Bewegung sorgten jedoch dafür, dass dieses
Procedere so alle 15 – 30 min. wiederholt werden musste. Nun gut, der
erste Drehtag endete so etwa 20 Puderungen später und mit 2 Dreynschlägern,
die an diesem Tag ihre körperlichen Defizite doch merklich spürten.
Der Kopf leer, der Körper erschöpft, das wird eine angenehme Nachtruhe,
denn schlafen werden wir herrlichen… dachten wir zumindest, oh wie sehr
sollten wir uns täuschen!
Nach dem Abendessen kamen wir zurück ins Hotel, noch mal schnell geduscht
und abermals ein bisschen nachgedehnt, ab ins Bett und schon waren wir beide
sanft entschlummert, jedoch um 4 Uhr morgens war es dann soweit…. Ich
wollte mich umdrehen und erwachte mit höllischen Schmerzen aus der bis
dahin angenehmen Bettruhe. Ich dachte zuerst ich hätte überall Dolche,
Schwerter und Äxte im Leib, aber nein, es war „nur“ ein Muskelkater!
Lautstark unterstrich ich diesen schmerzhaften Umdrehversuch und dieser blieb
nicht unbeantwortet, denn aus dem Bett über mir vernahm ich kurz darauf
ein ähnliches Geräusch und mit minmalen Bewegungen durchgeführte
Körperwälzung.
Der Freitag begann mit höllischen Problemen überhaupt aus dem Bett
zu kommen. Langsam und mühsam quälte ich mich in den 2. Stock hinunter
zum Frühstücken, Oli hatte das mal wieder gleich ausfallen lassen
und bevorzugte es lieber noch eine Stunde länger zu schlafen, und noch
mühsamer versuchte ich mich auf einen der Hocker zu platzieren. Im Studio
angekommen folgte wieder ein kurzes Aufwärmen und dann ging’s weiter
im Programm.
Zu Mittag packten wir dann zusammen und machten uns daran zu den Außenaufnahmen
zu fahren. Rudi entschied sich für die Burg Linn, welche sich gleich in
der Nähe von Krefeld befindet und eine wirklich sehr sehr nette Wasserburg
ist. Das Team montierte und justierte den Kran und Oli und ich übten noch
ein paar mal unsere Choreo und so waren alle beschäftigt…. Wieder
einmal ging’s bei uns um die Wurst und wieder einmal hörten wir die
mittlerweile nur noch mit Galgenhumor zu akzeptierenden Worte „Nochmal,
bitte!“ und so spulten wir unsere Choreo ca. 20 mal herunter, um nur ja
keine Perspektive auszulassen. Wie sehr die Beine den Dienst versagten, merkten
wir erst, als wir das vorgeschnittene Material zu Gesicht bekamen, denn wir
liefen teilweise herum wie Frankensteins Monster und die Mumie auf der Suche
nach jungen, hübschen Mädchen.
Am Abend packten wir dann zusammen und fuhren ins Studio zurück. Obwohl
dieser Tag doch um einiges weniger anstrengend war als der davor, vor allem
für den Kopf, hatten wir dennoch gröbere Probleme uns die frischen
Socken anzuziehen, vor allem ich, und das lag nicht an meinem Bauch! ? Abermals
führten uns Rudi samt Gattin in ein sehr nettes und vor allem köstliches
Essen servierendes Lokal und so gegen 22 Uhr und ein nettes Gespräch später
waren wir wieder im Hotel und im Tiefschlaf, der immer wieder durch lauteres
Stöhnen, (Nein!!! Nicht was ihr denkt, ihr Ferkel!!!) verursacht durch
versuchtes Umdrehen im Bett, unterbrochen wurde.
Den Samstag begannen wir mit dem Vorsatz, dass dies der letzte Drehtermin sein
sollte und wir den Sonntag nicht auch noch benötigen wollen. Das Team stand
zwar auf Abruf für Sonntag bereit, aber so richtig erpicht war niemand
darauf, diesen noch zu benötigen. Wir mobilisierten daher noch mal all
unsere Kräfte und spulten an diesem Tag ein Monsterprogramm von 10 Kapitel
herunter. Und endlich!!!! Endlich!!!!! Ja ich muss es noch mal sagen….
Endlich hatten wir nun die Gelegenheit, ein wenig mehr Dreynschlag ins Programm
zu bringen!!! So kann man sich doch auf ein paar feine Schmankerln von vorzüglicher
Dreyn-Dummheit freuen. Gegen 19 Uhr und völlig geschafft hatten wir es
aber dennoch fertig bekommen und tatsächlich war alles im Kasten. Die Fotos
waren geschossen, Kameras verstaut, die Hüte eingepackt und die Schwerter
geölt. Wir verabschiedeten uns vom Team, die wir ja leider am Sonntag nicht
noch mal zu Gesicht bekommen sollten, und durften auch an diesem Abend wieder
ein vorzügliches Restaurant kennen lernen.
Vollkommen erledigt krochen wir Samstag Abend ins Bett, um uns zu schwören,
dass wir bis zum Hotelraus um 12 Uhr mittags im Hotel liegen bleiben würden
und diesen Schwur hielten wir ein! ? Danach hatten wir noch 18 Uhr Zeit zu überbrücken
und so entschieden wir uns einmal für einen Kinobesuch. Da ja bekanntermaßen
am Sonntag Nachmittag nicht unbedingt DIE Horrorfilme laufen, entschieden wir
uns zwischen den sonstigen Alternativen Bambi2, Räuber Hotzenplotz und
7 Zwerge letztendlich doch für Scary Movie 4 und verließen das Kino
angenehm überrascht.
Anschließend suchten wir ein nettes Kaffeehaus und verbrachten dort die
letzten drei Stunden in Krefeld. Rudi unterbrach seine Familienfeier am Sonntag
und brachte uns schnell auf den Flughafen, es folgte wieder ein nettere Diskussion
wegen dem Übergepäck und dann ab nach Hause. Um 23 Uhr war ich dann
letztendlich in meinen geliebten 4 Wänden, nur das Hochbett musste noch
2 Tage auf mich warten, denn ich kam, dank des Muskelkaters nicht die Stufen
hoch. ?
Dieser Muskelkater sollte sich noch 1 ganze Woche hinziehen und erst mitten
während des Dijon-Events im Nichts diffundieren.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir sehr froh über die nette
Kooperation mit Rudi und seinem Team waren, und dass wir uns freuen würden
wenn noch weitere Projekte realisiert werden könnten.