Hier könnte der Name ihres Gottes gebrüllt
werden!
Europas größter historischer Event dieser Art.
Wir also dabei. 9 Leute. Anreise Donnerstag. Mühsam. 6 Stunden. Schweinehitze.
Nettes Setting in pittoreskem Tal. Zeltaufbau. Nette Zeltnachbarn (bayrische
Landsknechte, Kärntner Holzknechte, später italienische Saufknechte).
Auch sonst nette Leute getroffen (Tür-Ringer, bayrische Breznsoiza, italienische
und kärntnerische Condottieri)
Donnerstag Abend Schlachtbesprechung. Mulmig. Viel Bumm dabei. Und Napoleoniden.
Und Wickis. Hilfe!
Donnerstag Nacht. Erstes „Odin“-Gebrüll aus fremdem Lager.
Unsere Antwort: „T(h)or!“ – „Aber für wen?“
Geselliges Trinken. Freude auf Morgen.
Freitag. Heiß. Viel Herumstehen. Warten auf Umzug. Warten auf Schlachtbesprechung
die zweite. System Gruppe teilt sich, auf jede Seite ein paar Leute. Plan dass
sich Leute gegenüberstehen die sich kennen. Holzknechte, Breznsoiza und
wir sabotieren diesen Plan. Holzknechte wollen beinander bleiben. Müssen
sich an den Stangen halten. Auch gut. Bissl Markt schauen. Kirschbierstand entdeckt.
Oh je. Wenig Touris verirren sich in unser Lager. Gut.
Nachbarn haben gekühltes Bier. Wunderbar. Tauschen es gegen Fechtunterricht.
Zahlt sich doch aus fechten zu können.
Turnier. Laut. Während dessen nix los. Wir japsen im Schatten.
Dann Schlacht. Aufstellung, Vorgeplänkel. Dann Bumm. Viel Bumm. Noch mehr
Bumm. Kanonen, Hakenbüchsen, Arkebusen. Immer noch Bumm. Schlachtreihen
schon ungeduldig hinter Bumm. Dann endlich vorrücken. Bissl in die Goschn
haun. Breznsoiza und wir gegen Holzknechte. Schnell historisch korrekten Schlachtausgang
(wir Habsburger überrennen Schmalkalden) hergestellt (was ja nicht soo
selbstverständlich ist *g*).
Abends Konzert. Gottlob weit weg. Gemütliches Trinken in verschiedenen
Lagern. Großes und teures Feuerwerk. Keine besonderen Vorkommnisse.
Samstag. Weniger heiß. Gut so. Weniger Stress. Besser so. Nur 20 Minuten
warten auf Umzug und keine Schlachtvorbesprechung. Immer kühler. Daher
mehr Touris.
Heutige Antwort auf „Odin“ – wechselweise „Loki“
und „Jehova, Jehova!“.
Plötzlich auch mehr Zeltnachbarn. Italiener. Augen auf unsere Ausrüstung
werfen.
Hagelkörner. Zwar nur vier, aber Taubeneiformat. Dann Regen. Schnürlartig
aber doch. Zu wenig um die Schlacht abzusagen. Also Schlammschlacht. Auch recht.
Dann Sturmwarnung und hektisches Grabenziehen um die Zelte. Kurzer Starkregen.
Und Gezeter „Ist das alles, was du kannst?“. Aber kein Sturm. Gut.
Dafür Besuch von Schweizer FechterInnen. Krumphaudiskussion und Sechzehnerblechausgabe.
Letztere im Laufe des Festes eh so ziemlich an alle. Missionierungstendenzen.
Später kleine Lagerrunde meinerseits. Hallo hier, Schlückle da. An
Konzertbühne vorbei. Unglaubliche Ausschreitung in Form der Band. Schnell
weiter.
Wieder im eigenen Lager. Italienereinfall! Sprachbarriere? Kein Problem –
„Juve Merda“ hier und „In die Runde geben – jetzt!“
da. Dreynschlag die Lagerfeuerparty. International. Übler italienischer
Rot- und Thüringer Weißwein. Gegenseitiges Gstanzlsingen mit Holzknechten.
Feuerwerk. Kanonenbumm bis spät in die Nacht. Sehr nervig! Abend vorbei?
Niemals. Ghuls und meine umfangreiche Excursio perpotationis. Ende bei heißem
Met und Wickis die Loki nicht kennen. Irgendwann Absalutieren und Umfallen.
Sonntag. Bewölkt. Am Himmel wie um meinen Schädel. Ghul bis Nachmittag
nicht wach zu kriegen.
Anruf von Daheim. Fruchtblase geplatzt. Xtians Kind will 4 Wochen zu früh
raus. Hektisches Teilabbauen. 3 Leute dahin. Rest hampelt fröhlich weiter
herum.
„Odin!“ – „Hier könnte der Name ihres Gottes gebrüllt
werden!“
Wildfremde Leute sprechen mich namentlich an und erkundigen sich nach meinem
Befinden. Eigenartig.
Trotz Kater heute viel Show-and-Tell beim Lager. Zuchauerinteresse mittelprächtig.
Schlacht. Business as usual. Keine besonderen Vorkommnisse.
Einige Lagernachbarn beginnen abzubauen. Skandal! Markt ist bis 24h! Auch die
Italiener. Hinterlassen ca. 5 kg Koteletts. Großes Aufkochen aus Resten.
Dreynschlag die Jamie Oliver Show. Durchs Lager rennen und Leut einladen. Viele
davon sitzen gerade bei Krautsuppe. Trotzdem kommt fast alles weg. Holzknechte
gute Verwerter.
Lauschiges Ausklingen lassen. Letztes Feuerwerk, letztes Kirschbier. Lagerfeuer
auspissen und Heiah.
Montag. Warm, kein Regen. Abbau. Verabschieden. In die Grube geben –
jetzt! Letztes Schuhe-shoppen. Ab nach haus.