So, einer der wenigen Veranstalter im Jahre 2005, der sich auf das Risiko einließ,
uns einzuladen, war die Societas Gaudii-Gruppe für den zweiten Markt in
Rabenstein im August. Wir waren sehr gespannt wie wir aufgenommen würden,
denn wir waren ja im Vorjahr auch dort gewesen und von den damaligen Veranstaltern
sehr nett empfangen und sehr gut behandelt worden. Schon im Vorfeld hatten wir
ein gutes Gefühl, da uns sehr viel Verständnis entgegen gebracht und
uns Zugeständnisse gemacht wurden, wie z.B. dass wir auch nach Marktbeginn
noch von hinten durch die Zaunöffnung zum Lager zufahren durften.
Also brachen wir guter Dinge zu fünft (plus Peter und Roswitha von Rittersporn)
auf und als wir nach einigen klitzekleinen Irrwegen (Merke: Suche in der fränkischen
Schweiz nie einen Lidl, auch wenn er angeschrieben ist …) letztendlich
doch ein wenig verspätet ankamen, war der Empfang herzlicher als wir ihn
jemals erlebt hatten. Ja, man kann bereits im Vorhinein zusammenfassend sagen:
Wir sind noch nie von einem Veranstalter so gut behandelt worden wie 2005 in
Rabenstein. Unglaublich wie bemüht das Orga-Team um ihre Leutchen war,
da hat man gemerkt, dass es sich auszahlt, wenn Leute die Sache in die Hand
nehmen, die selbst mit Herz dabei sind.
Nach dem hektischen Lageraufbau hatten wir auch schon unseren einzigen „offiziellen“
Programmpunkt zu absolvieren: Das Marktkonzept sah „Der Herold führt
durch die Lager“ vor, was bedeutet, dass die Besucher in einer Art guided
tour durch einige Lager (in chronologischer Folge der Darstellung) geführt
wurden und in jedem Lager ein Vertreter der Gruppe den (durchwegs interessierten)
Besuchern „irgendetwas“ über „seine“ Zeit erzählte.
(Meine Frage im Vorfeld: „Wirklich irgendwas?“ Oli von der Orga:
„Ja, irgendwas“. Ich: „Und wenn mir nichts einfällt?
Es kann nämlich sein, dass da gar nichts durch geht …“ Oli:
„Blödsinn. Redets halt übers fechten!“). Und uns wurde
die Latte hoch gelegt: wir waren gleich im Anschluss an die IG MiM für
das Spätmittelalter „zuständig“, was uns (bzw. den Quatschköpfen
Enzi, Schnaki und meine Wenigkeit) glaube ich aber recht anständig gelang.
Ansonsten verging der Rest des Tages m.o.w. unter Lachen und Scherzen, der
Abend brachte ein wenig Regen, ein Lagerfeuer, viele nette Gäste rundherum
(u.a. der erste Deutsche, mit dem wir das Krüppellied singen konnten!)
und das eine oder andere Schlückchen Met …
Der nächste Morgen brachte wenig Reue und Schädelweh, dafür
Sonnenschein und Eierspeis. So kann der Tag kommen. Endlich ergab sich die Möglichkeit,
den Markt genauer zu inspizieren. Fazit: Viele sehr nette Marktstände,
kaum 08/15-Müll. Die meisten Lager sehr nett und liebevoll eingerichtet,
und man hatte versucht, die Zeiten zumindest grob räumlich voneinander
zu trennen. Negativ nur die kulinarische Abteilung, wofür aber die Orga
nichts konnte, da die Verpflegung von der Burg bzw. der dazugehörigen Schänke
oktroyiert war: Schwaches Angebot, vegetarische Sachen (außer der obligatorischen
Ofenkartoffel) waren Freitag Abend schon aus und kamen nimmer nach, und Biertischromantik
… Schade, das hätte diesem sehr schönen Markt noch das Tüpfelchen
auf dem i verleihen können.
Neben unserem Gebrabbel wurden wir noch eingeladen, an der Schlacht mitzumachen,
was wir aber (außer Peter, der freudigst mitmischte) aufgrund anderer
Zeit, Bewaffnung und grundsätzlicher Einstellung freundlich ablehnten (was
Enzi aber nicht daran hinderte, einem Wicki Messer nach Lecküchner beizubringen
*g*). Nicht ablehnen konnten wir die freundliche Aufforderung unserer vorabendlichen
Zechgäste, der Sippe des Fenris, bei einem schaukampfartigen Geblödel
mit Küchengeräten mitzumischen … war für uns wahrscheinlich
mehr Spaß als für die Zuschauer ;-)
Und noch eine Einladung dieser freundlichen Gruppe haben wir nicht ausgeschlagen:
die des Resteverwertens am Samstag Abend. Walter und Enzi verputzten ihren Eintopf
mit lecker viel Bohnen als gäbe es kein morgen … Der spätere
Abend brachte dann eine nur geringfügige Excursio perpotationis, bei der
wir es nicht mal in 3 fremde Lager schafften, Schande über uns!
Sonntag, gute Laune, wenig zu tun außer Roswithas Kochkünste zu
würdigen, Sonnenschein – der aber nur bis zum mittleren Nachmittag.
Da bricht dann die Sintflut in Form eines Hagelsturmes auf uns hernieder. Uns
bleibt nix mehr anderes über als gute Miene zum bösen Wetterspiel
zu machen, uns ins größte Zelt (das Ritterspornige) zu setzen, abzuwarten
und Met zu trinken. Als dann das Unwetter vorbei ist, kommt die Überraschung:
Die Orga gibt eine Sturmwarnung aus, es soll noch wesentlich mehr kommen. Und
zwar bald. Wir stellen einen neuen Rekord auf: Unter Schnakis Kommando schaffen
wir es militärisch organisiert das gesamte Lager binnen 45 Minuten abfahrbereit
in die Autos geladen zu haben. Der angekündigte Sturm … bleibt aus.
Macht aber nix, das gibt uns Zeit noch gemütlich was zu speisen und uns
noch gebührend vom Besten Orga-Team der Welt zu verabschieden. Wir freuen
uns schon auf Rabenstein 2006.
Oli
P.S.: Situationskomik des Wochenendes: Eine Gruppe von ca. 16 HoMis nähert
sich (für sich exerzierend) in breiter Linie mit eingelegten Speeren Karo
– mit roter Gugel und einen Rabenschnabel haltend. Karo, die Gruppe kurz
musternd: „Herausfordernd, aber machbar!“. Forza Karo!