Schaukampfgruppe Dreynschlag - Historisches Fechten
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Auftritte 2005

International Arms and Armoury Conference 2005

Wo wäre es passender....

Chris Dobson lud nun zum zweiten Mal zur IAAC ein; der Ruf wurde gehört und ihm auch gefolgt.

Dieses Mal entschied sich Chris für den geeignetsten Ort für eine solche Konferenz – Österreich im ganzen und Wien im speziellen. Hat doch Wien mit der Hofjagd- und Rüstkammer die größte Sammlung adliger Rüstungen und Waffen und das Wien Museum am Karlsplatz mit 68 Pavesen die größte Pavesen-Sammlung dieser Erde, so hat auch noch Graz das größte Zeughaus des Planeten….. tja… gucken und grabschen der Superlative war angesagt und das ließen sich Sammler, Kuratoren und auch Restauratoren nicht entgehen.

Zum ersten Mal waren aber dieses Mal auch Vertreter der praxisnahen Anwendung dabei, nämlich Mitglieder der HEMAC, darunter Matt Easton (Scholar Gladiatoria), Fabrice Cognot (D’Estoc et de Taille) und natürlich auch wir. Zu erwähnen sei hier noch Toby Capwell, der sich auf der Suche nach der Vollplatte im englischen Stil nicht lumpen ließ und gleich mal mit ca. 1500 Bildern die mittlerweile (weltweit) größte Sammlung von englischen Plattenabbildungen erstellte und sich von einem der besten Plattner der Welt eine Volldose machen ließ, natürlich gehärtet und gebläut ... Und weil ihm das auch noch zu fad war, tjostet er seit 13 Jahren. Neid fraß uns auf! ?

Während sich die Vortragenden der Restauratoren- und Kuratorenseite mit ihren Fachgebieten ausgiebig ausließen, referierte Matt Easton über das Aufkommen des Langen Schwertes und Fabrice mal wieder über die Mordaxt (bzw. pollaxe, für die Spitzfindigen), als burgundische Nationalwaffe der „Elitetruppen“ der Herzöge von Burgund. Christoph hat sich auch nicht lang bitten lassen und fuhr gleich mal mit starkem Geschütz auf und stellte eine völlig neue Theorie auf, dass nämlich im Freydal von Maximilian I. nicht der tatsächliche Kampfablauf der diversen Turniere dargestellt wird, sondern einfach Bilder aus Fechtbüchern abgezeichnet und die Kämpfer halt nur in andere Rüstungen gesteckt wurden. Die Taten von Maxi I. sind natürlich unbestritten!!! Er war schon der Haudegen im Turnier, als der er bekannt ist! Wir untermauerten dies mit ausreichendem Bildmaterial aus dem Freydal und div. Fechtbüchern.

Die restlichen Vorträge, welche auf Donnerstag und Freitag verteilt stattfanden, waren:
1.Chris Dobson: Pläne zur Restauration der Rüstung von Willhelm von Roggendorf (das ist dieser prachtvolle Kostümharnisch, ein Prunkstück der Rüstkammer)
2.Tobias Capwell: Das Wiederentdecken der Englischen Platte und die Rekonstruktion
3.Dr. Matthias Pfaffenbichler: Die Helmschmied Familie, mit Rundgang durch die Rüstkammer
4.Dr. Christian Beaufort-Spontin: Die Rosenblatt-Garnitur. (An dieser Stelle auch großen Dank an Dr. Ortwin Gamber, dem Vorgänger von Dr. Beaufort-Spontin als Kurator der Rüstkammer für seine Bereitschaft zur Übersetzung)
5.Suzanne Kitto: Restauration von japanischen Rüstungen
6.Jan Piet Puype: Das Klewang (Holländisches militärisches Haumesser aus Indonesien)
7.Chris Dobson: Restauration eines italienischen Prunkhelmes

Durchs Programm führte John Scrimgeour (was im übrigen Fechter bedeutet! ;) ) ein Sammler aus Schottland, der dann kurzer Hand gleich meine Mordaxt haben wollte, ich musste ihm versprechen ihm eine zu besorgen! ?

Waren die Vorträge schon Höhepunkte für sich, waren die Besuche in den Museen natürlich dann das Sahnehäubchen! Begonnen hat es in der Rüstkammer wo Dr. Pfaffenbichler, Dr. Beaufort-Spontin und Fr. Dr. Ackermann (Leiterin der Restauration) etliche Harnische und Waffen vorbereiteten und zum Angrabschen freigaben (natürlich mit entsprechendem Handschutz). Naja, Handschuhe nützen nix gegen Vollsabbern …

Tags darauf durften wir dann ins Depot des Museums der Stadt Wien und uns wurden sämtliche Pavesen vorgeführt und näher erklärt.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des Grazbesuches im Zeughaus… Die Führer und Restauratoren erwiesen sich als äußerst versiert in ihren Artefakten und so wurde die 3stündige Führung zu einem Kurzbesuch… selbstverständlich bekamen wir auch hier wieder jeden Gegenstand ausgehändigt und so sah man dann auch noch Harry mit leuchtenden Kinderaugen, als er einen 2 m langen Morgenstern in die Hand bekam! :D

Am Abend gab es dann das große Essen im Smutny und leider dann die Verabschiedung von den Teilnehmern der Konferenz.

Abschließend gilt es noch zu sagen, dass wir allen Organisatoren und Vortragenden nochmals danken für ihre hervorragende Arbeit und wir uns freuen beim nächsten Event wieder dabei zu sein.

Harry

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