Wieder einmal brach eine, diesmal etwas kleinere Fraktion
auf, um Kärnten und unsere Gegner mit unserem Charme, geistreichen Witz
und unserer Eloquenz in der Truppenführung zu überrollen, ich sage
nur: „Chicken Wings – Attacke!!“ (mehr dazu aber später).
Entgegen aller Erwartungen erfreute uns Kärnten mit Sonne und trockenen
Wiesen. Die anfängliche Freude über den Witterungszustand wurde nur von den
Temperaturen im Schatten und des Nächtens getrübt (7 bis – 5
Grad).
Fleißig wurde das Lager aufgebaut (zumindest von einigen) und die Ankunft
der Nachzügler
erwartet. Deren fast schon gewohnte Verspätung kam nicht durch das „Verspätungskarma“
von Enzi zu Stande, auch der als Entschuldigung eingebrachte Stau auf der Pack
konnte die 2 Stunden Zeitüberschreitung nicht wirklich begründen.
Ursache war Ghuls im wahrsten Sinn des Wortes „geistige Umnachtung“.
Dieser hatte nämlich nach einer nächtlichen Ausrüstungsbasteleiorgie
nur 2 Stunden Schlaf bekommen und bei der Abfahrt einen Teil selbiger vergessen.
Ergo umkehren - Zeug holen – dann Stau – Verspätung.
Eilig wurde da und dort noch Ausrüstung und Gewandung fertig genäht,
geklebt und vernietet, während die auserkorenen Hauptmänner (unsererseits
Oli) ihre Taktikabsprache für die morgige Schlacht in der Taverne abhielten.
Des Abends dann weihten die Köche Oli und Schnaki unsere Riesen-Kampfpfanne
(9 kg Schmiedeeisen) mit einem herrlichen Hühnercurry ein (einfach nur
WOW). Jedoch nicht ohne dass Schnaki diese zuvor mit einem alten „Fähnlein
Fieselschweif-Trick“ mit Kartoffeln, Salz und Öl abrieb, und sie
danach abflammte, um ihr so einen herrlich karzinogenen Teflonersatz-Überzug
zu bescheren. Nach ein paar Stunden guten Selchens am Lagerfeuer war dann Schlafen und Frieren
angesagt.
Die Taktik:
Unsere Schlachtreihe bestand aus den in Zentrum einen Schildwall bildenden
Wittelsbachern, verstärkt durch Teile von Turba Ferox. Dahinter stocherte
der 2 Teil der Tuba brav mit den „longen Stongen“ durch die ersten
Reihe nach vorn. Beide widerstanden später wie ein Fels in der Brandung
jeglichen Angriffsversuchen. Wobei unsere bayrischen Freunde wirklich am konsequentesten
standen, sie bewegten sich nämlich selbst beim Kommando „Angriff“
kaum einen Schritt von der Stelle. ;)
Flankiert wurden sie durch Pavesenträger, die unsere leichte bis mittelschwere
Infanterie
hinter großen Weidenpavesen verbarg.
Dieser schnelle Ausfallstrupp sollte schließlich die Habsburger in die
Zange nehmen und
niedermetzeln (hehe).
Sowohl die Linke Flanke (Prima Nocte und ihr Italienischer Pavesenwall) als
auch die rechte Flanke (Dreynschlag plus Rittersporn mit unserem Italienischen/Südtiroler
Pavesenwall) hatten schon beim Probelauf leichte Probleme mit der Bedeutung
von rechts und links.
Um diesen chaotischen Zustand zu beheben, entschied Oli kurzer Hand, unseren
Flügel einfach in den „Chicken Wing“ umzubennen.
Ein Beispiel an Führungsqualität und Steigerung der Truppenmoral
war Philes.
Bei Probeexezieren trug es sich zu, dass einer der Stangenfuchtler den Unterschied
von „Wehr auf und ab“ vehement und mit Überzeugung immer gegenteilig
ausführte. Hauptmann Philes quotierte dies mit einem lauten:
„ich weiß die Stangen is schwer und du bist kla, aber wehr auf is
oben du ….“
Indes meinte unser Südtiroler Hauptmann und Dolmetscher in pavesischen
Belangen die Effizienz selbiger zu prüfen, und griff zur ultimativen Waffe
– einer Zeltstange vom einzig wahren und echten Ritter Kunibert vulgo
Turba-Häuptling Thomas K..
Noch bevor dieser seinem Entsetzen Worte verleihen konnte, schleuderte Alessandro
diese prüfend in die Pavesen aus Weidengeflecht – und sie zerbarst.
Jetzt versteh ich endlich die weisen Worte: „Kleinel Glashüpfel sei
wie Weide in Wind“
?
Der Samstag:
Mit glänzenden Augen ließ Peter von Rittersporn zu Beginn seine
Kanone sprechen.
Die Habsburger antworteten ihrerseits mit allem was Krach macht und Feuer spuckt.
Martialisches Gebrüll wurde angestimmt und es folgte deren Pfeilhagel.
Unsererseits wurde dies mit gezielten Schüssen unserer ZWEI Bogenschützen
beantwortet.
Sah nicht beeindruckend aus, aber sie trafen 2 mal die gegnerischen Hauptmänner,
da diese aber als unverwundbar galten, war’s das dann auch schon mit unserer
Fernkampfeffizienz.
Aber wir wollen den Gegner ja bekanntlich hauen, und ihm nicht aus der Weite
beim sterben zusehen ?
Schon die erste Welle war vernichtend für die kaiserlichen Truppen.
Sie rückten in lockerer Formation an und versuchten unseren Schildwall
zu durchbrechen
Doch die Pavesenträger der Flanken drängten sie zur Mitte hin und
trieben sie somit zusammen.
Es erschallte das Kommando: „Chicken Wings zum Angriff“, worauf
unsere schnelle Infanterie hervorbrach, und sie im Kampf von Mann zu Mann nieder
rannte.
Ein kleines Häufchen, das sich in der letzten Ecke des Schlachtfeldes zusammen
drängte ergab sich dann auch noch der Übermacht. Hurra, unsere Taktik
ging voll auf.
Übrigens, man glaubt es kaum, aber ein Schielhau hilft auch gegen eine
Hellebarde, wie es Ghul und das Cut auf der Stirn seines Gegners bewies.
Die Habsburger verfügten ja bekanntlich über große Reserven,
sprach der Kommentator.
Dies hieß alle Toten noch mal aufstehen und auf ein Neues.
So kamen sie wieder! Gestocher, Geschrei, Geprügel und ein paar nette Aktionen
folgten.
Zu erwähnen wäre hier Walter: Dieser lief während des Schlachtengetümmels
Quarterback-gleich wie ein Irrer vorbei an von Ghul getackelten Gegnern auf
die feindlichen Bogenschützen zu, metzelte sie nieder und spazierte mit
einem zufriedenen Lächeln wieder zurück. So schön kann das Leben
sein ;)
Auch Peter bekam seine „Viertelstunde“: als die linke Flanke auch
das dritte Mal zusammenbrach, war es einem Habsburger möglich, hinter unsere
Reihen zu gelangen.
In bester Larp-Manier berührte er der Reihe nach unsere Leute mit seinem
Schwert und freute sich über seine Heldentat. Peter sah dies, blickte grimmig,
schloss sein Visier, ging forschen Schrittes auf den Typen zu (btw. schöne
Hut vom Tag Peter ;) ) und haute ihn wie einen Tanzbären!
Den abermals um den Sieg betrogenen kaiserlichen Truppen wurde noch ein zusätzlicher
Angriff gewährt, damit der historische Schlachtverlauf auch Realität
werden konnte.
Eingeleitet werden sollte diese Gnadenrunde durch den Schuss der größten
zur Verfügung stehenden Kanone. Aus Rücksichtig auf einen Rettungseinsatz
(Verletzung im Publikum)
wurde diese jedoch nicht abgefeuert, und der darauf folgende Angriff blieb aus.
Die Görtzer Abteilung (unter anderem wir) verließen somit das Feld
mit einem erfrischenden : „Is jetzt no was? Na! - guat dann gemma ham“.
Sprach’s und trappelte zufrieden und voller Ignoranz gegenüber dem
noch sprechenden Schirmherrn der Veranstaltung vom Gelände Richtung Lager
und Bier.
Der Sonntag:
Oli betrat das Schlachtfeld in voller Hauptmannswürde mit seiner mit Nahrungsmitteln
gespickten Mordsaxt (ein Weckerl, ein Apfel und eine Zwiebel steckten auf jedem
bösen Ende selbiger)
Wieder donnerten die Büchsen und Kanonen, und der Anmarsch der kaiserlichen
Truppen vollzog sich eingehüllt in Pulverdampf (war echt beeindruckend).
Die ersten beiden Angriffswellen verliefen wie nach Plan und diszipliniert;
die Habsburger hielten diesmal eine Schlachtordnung ein, und kamen diesmal schon
bedeutend näher und fügten uns sogar Verluste zu.
Die linke Flanke brach wie gewohnt zusammen und brachte Unruhe in die Reihen
( nicht Unsere ;) ). Einen so konsequenten, immer währenden Durchbruch
hatten unsere Gegner wohl nicht erwartet, und vergaben ihre Chance ein drittes
Mal . Die Turba schloss
die Lücke und Essig war’s mit Gewinnen.
Aber nun das letzte Mal – jetzt hieß es für die Habsburger:
„Geschichte schreiben“.
Unsere bayrischen Freunde unter dem Kommando des standhaften „greislichen
Zipfiklatscha“
stellten sich wieder als Mauer dem Zentrum der Angriffswelle.
Und hier begann die Wende des Schlachtenglücks!
Sitting nutzte noch seine letzte Chance und schleuderte mittels seiner Pfanne
all seine zuvor gesammelten Küchenabfälle den neuerlich anrückenden
Habsburgern entgegen.
Nach so wunderschönen Beflegelungen wie…:
Wittelsbacher: „Sag ist der Papst katholisch?“
Dreynschläger: „Schnauze Hussittenficker“
Turba Ferox: „Du schimpfst meine Mama nicht“
… und einem allgemeinen Ausruf „Für Ratzinger!“
begann sich aus einem kleinen Unruheherd eine gewaltige (abgesprochene) Keilerei
in den eigenen Reihen zu entwickeln. (Uderzo & Goscynni wären stolz
gewesen).
Die bereits in Marsch gesetzten Truppen der Gegenseite waren so verdutzt, dass
sie vergaßen, weiter zu marschieren. Statt dessen starrten sie ungläubig
mit offenen Mäulern abwechselnd den Tumult und ihre Hauptmänner an.
Unsere durch die Prügelei gelichteten Reihen formierten sich so halbwegs
und ließen den folgenden, durch Entsetzen nur halbherzigen Angriff der
Habsburger über sich ergehen.
Um ihnen heute den Schlachtausgang letztendlich nicht nochmals durch eine vehement
entschlossenes Restheer zu vereiteln, kam das Kommando „SUIZID!“
Es folgte ein kollektives „Insschwertstürzen“ unsererseits
und die paar, die dann noch standen, waren den Habsburgern dann endlich nicht
mehr gewachsen. ;)
Hurra, die Guten (aus historischer Sicht) haben gewonnen und wir hatten unseren
Spaß.
Resümee:
Die Stimmung war toll, die Schlacht war größer als zuvor, die Ausrüstungen
schön anzusehen und wir alle freuen uns auf nächstes Mal.