Schaukampfgruppe Dreynschlag - Historisches Fechten
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Auftritte 2005

Ortenburg 2005

Bellum Viritim - Feldschlacht um die Ortenburg

Wieder einmal brach eine, diesmal etwas kleinere Fraktion auf, um Kärnten und unsere Gegner mit unserem Charme, geistreichen Witz und unserer Eloquenz in der Truppenführung zu überrollen, ich sage nur: „Chicken Wings – Attacke!!“ (mehr dazu aber später). Entgegen aller Erwartungen erfreute uns Kärnten mit Sonne und trockenen Wiesen. Die anfängliche Freude über den Witterungszustand wurde nur von den Temperaturen im Schatten und des Nächtens getrübt (7 bis – 5 Grad).

Fleißig wurde das Lager aufgebaut (zumindest von einigen) und die Ankunft der Nachzügler erwartet. Deren fast schon gewohnte Verspätung kam nicht durch das „Verspätungskarma“ von Enzi zu Stande, auch der als Entschuldigung eingebrachte Stau auf der Pack konnte die 2 Stunden Zeitüberschreitung nicht wirklich begründen. Ursache war Ghuls im wahrsten Sinn des Wortes „geistige Umnachtung“. Dieser hatte nämlich nach einer nächtlichen Ausrüstungsbasteleiorgie nur 2 Stunden Schlaf bekommen und bei der Abfahrt einen Teil selbiger vergessen. Ergo umkehren - Zeug holen – dann Stau – Verspätung. Eilig wurde da und dort noch Ausrüstung und Gewandung fertig genäht, geklebt und vernietet, während die auserkorenen Hauptmänner (unsererseits Oli) ihre Taktikabsprache für die morgige Schlacht in der Taverne abhielten. Des Abends dann weihten die Köche Oli und Schnaki unsere Riesen-Kampfpfanne (9 kg Schmiedeeisen) mit einem herrlichen Hühnercurry ein (einfach nur WOW). Jedoch nicht ohne dass Schnaki diese zuvor mit einem alten „Fähnlein Fieselschweif-Trick“ mit Kartoffeln, Salz und Öl abrieb, und sie danach abflammte, um ihr so einen herrlich karzinogenen Teflonersatz-Überzug zu bescheren. Nach ein paar Stunden guten Selchens am Lagerfeuer war dann Schlafen und Frieren angesagt.

Die Taktik:

Unsere Schlachtreihe bestand aus den in Zentrum einen Schildwall bildenden Wittelsbachern, verstärkt durch Teile von Turba Ferox. Dahinter stocherte der 2 Teil der Tuba brav mit den „longen Stongen“ durch die ersten Reihe nach vorn. Beide widerstanden später wie ein Fels in der Brandung jeglichen Angriffsversuchen. Wobei unsere bayrischen Freunde wirklich am konsequentesten standen, sie bewegten sich nämlich selbst beim Kommando „Angriff“ kaum einen Schritt von der Stelle. ;) Flankiert wurden sie durch Pavesenträger, die unsere leichte bis mittelschwere Infanterie hinter großen Weidenpavesen verbarg. Dieser schnelle Ausfallstrupp sollte schließlich die Habsburger in die Zange nehmen und niedermetzeln (hehe). Sowohl die Linke Flanke (Prima Nocte und ihr Italienischer Pavesenwall) als auch die rechte Flanke (Dreynschlag plus Rittersporn mit unserem Italienischen/Südtiroler Pavesenwall) hatten schon beim Probelauf leichte Probleme mit der Bedeutung von rechts und links. Um diesen chaotischen Zustand zu beheben, entschied Oli kurzer Hand, unseren Flügel einfach in den „Chicken Wing“ umzubennen.

Ein Beispiel an Führungsqualität und Steigerung der Truppenmoral war Philes. Bei Probeexezieren trug es sich zu, dass einer der Stangenfuchtler den Unterschied von „Wehr auf und ab“ vehement und mit Überzeugung immer gegenteilig ausführte. Hauptmann Philes quotierte dies mit einem lauten: „ich weiß die Stangen is schwer und du bist kla, aber wehr auf is oben du ….“

Indes meinte unser Südtiroler Hauptmann und Dolmetscher in pavesischen Belangen die Effizienz selbiger zu prüfen, und griff zur ultimativen Waffe – einer Zeltstange vom einzig wahren und echten Ritter Kunibert vulgo Turba-Häuptling Thomas K..

Noch bevor dieser seinem Entsetzen Worte verleihen konnte, schleuderte Alessandro diese prüfend in die Pavesen aus Weidengeflecht – und sie zerbarst. Jetzt versteh ich endlich die weisen Worte: „Kleinel Glashüpfel sei wie Weide in Wind“ ?

Der Samstag:

Mit glänzenden Augen ließ Peter von Rittersporn zu Beginn seine Kanone sprechen. Die Habsburger antworteten ihrerseits mit allem was Krach macht und Feuer spuckt. Martialisches Gebrüll wurde angestimmt und es folgte deren Pfeilhagel. Unsererseits wurde dies mit gezielten Schüssen unserer ZWEI Bogenschützen beantwortet. Sah nicht beeindruckend aus, aber sie trafen 2 mal die gegnerischen Hauptmänner, da diese aber als unverwundbar galten, war’s das dann auch schon mit unserer Fernkampfeffizienz. Aber wir wollen den Gegner ja bekanntlich hauen, und ihm nicht aus der Weite beim sterben zusehen ?

Schon die erste Welle war vernichtend für die kaiserlichen Truppen. Sie rückten in lockerer Formation an und versuchten unseren Schildwall zu durchbrechen Doch die Pavesenträger der Flanken drängten sie zur Mitte hin und trieben sie somit zusammen. Es erschallte das Kommando: „Chicken Wings zum Angriff“, worauf unsere schnelle Infanterie hervorbrach, und sie im Kampf von Mann zu Mann nieder rannte. Ein kleines Häufchen, das sich in der letzten Ecke des Schlachtfeldes zusammen drängte ergab sich dann auch noch der Übermacht. Hurra, unsere Taktik ging voll auf.

Übrigens, man glaubt es kaum, aber ein Schielhau hilft auch gegen eine Hellebarde, wie es Ghul und das Cut auf der Stirn seines Gegners bewies.

Die Habsburger verfügten ja bekanntlich über große Reserven, sprach der Kommentator. Dies hieß alle Toten noch mal aufstehen und auf ein Neues. So kamen sie wieder! Gestocher, Geschrei, Geprügel und ein paar nette Aktionen folgten. Zu erwähnen wäre hier Walter: Dieser lief während des Schlachtengetümmels Quarterback-gleich wie ein Irrer vorbei an von Ghul getackelten Gegnern auf die feindlichen Bogenschützen zu, metzelte sie nieder und spazierte mit einem zufriedenen Lächeln wieder zurück. So schön kann das Leben sein ;)

Auch Peter bekam seine „Viertelstunde“: als die linke Flanke auch das dritte Mal zusammenbrach, war es einem Habsburger möglich, hinter unsere Reihen zu gelangen. In bester Larp-Manier berührte er der Reihe nach unsere Leute mit seinem Schwert und freute sich über seine Heldentat. Peter sah dies, blickte grimmig, schloss sein Visier, ging forschen Schrittes auf den Typen zu (btw. schöne Hut vom Tag Peter ;) ) und haute ihn wie einen Tanzbären!

Den abermals um den Sieg betrogenen kaiserlichen Truppen wurde noch ein zusätzlicher Angriff gewährt, damit der historische Schlachtverlauf auch Realität werden konnte. Eingeleitet werden sollte diese Gnadenrunde durch den Schuss der größten zur Verfügung stehenden Kanone. Aus Rücksichtig auf einen Rettungseinsatz (Verletzung im Publikum) wurde diese jedoch nicht abgefeuert, und der darauf folgende Angriff blieb aus. Die Görtzer Abteilung (unter anderem wir) verließen somit das Feld mit einem erfrischenden : „Is jetzt no was? Na! - guat dann gemma ham“. Sprach’s und trappelte zufrieden und voller Ignoranz gegenüber dem noch sprechenden Schirmherrn der Veranstaltung vom Gelände Richtung Lager und Bier.

Der Sonntag:

Oli betrat das Schlachtfeld in voller Hauptmannswürde mit seiner mit Nahrungsmitteln gespickten Mordsaxt (ein Weckerl, ein Apfel und eine Zwiebel steckten auf jedem bösen Ende selbiger)

Wieder donnerten die Büchsen und Kanonen, und der Anmarsch der kaiserlichen Truppen vollzog sich eingehüllt in Pulverdampf (war echt beeindruckend). Die ersten beiden Angriffswellen verliefen wie nach Plan und diszipliniert; die Habsburger hielten diesmal eine Schlachtordnung ein, und kamen diesmal schon bedeutend näher und fügten uns sogar Verluste zu.

Die linke Flanke brach wie gewohnt zusammen und brachte Unruhe in die Reihen ( nicht Unsere ;) ). Einen so konsequenten, immer währenden Durchbruch hatten unsere Gegner wohl nicht erwartet, und vergaben ihre Chance ein drittes Mal . Die Turba schloss die Lücke und Essig war’s mit Gewinnen.

Aber nun das letzte Mal – jetzt hieß es für die Habsburger: „Geschichte schreiben“. Unsere bayrischen Freunde unter dem Kommando des standhaften „greislichen Zipfiklatscha“ stellten sich wieder als Mauer dem Zentrum der Angriffswelle. Und hier begann die Wende des Schlachtenglücks!

Sitting nutzte noch seine letzte Chance und schleuderte mittels seiner Pfanne all seine zuvor gesammelten Küchenabfälle den neuerlich anrückenden Habsburgern entgegen.

Nach so wunderschönen Beflegelungen wie…:

Wittelsbacher: „Sag ist der Papst katholisch?“ Dreynschläger: „Schnauze Hussittenficker“ Turba Ferox: „Du schimpfst meine Mama nicht“

… und einem allgemeinen Ausruf „Für Ratzinger!“ begann sich aus einem kleinen Unruheherd eine gewaltige (abgesprochene) Keilerei in den eigenen Reihen zu entwickeln. (Uderzo & Goscynni wären stolz gewesen).

Die bereits in Marsch gesetzten Truppen der Gegenseite waren so verdutzt, dass sie vergaßen, weiter zu marschieren. Statt dessen starrten sie ungläubig mit offenen Mäulern abwechselnd den Tumult und ihre Hauptmänner an. Unsere durch die Prügelei gelichteten Reihen formierten sich so halbwegs und ließen den folgenden, durch Entsetzen nur halbherzigen Angriff der Habsburger über sich ergehen. Um ihnen heute den Schlachtausgang letztendlich nicht nochmals durch eine vehement entschlossenes Restheer zu vereiteln, kam das Kommando „SUIZID!“ Es folgte ein kollektives „Insschwertstürzen“ unsererseits und die paar, die dann noch standen, waren den Habsburgern dann endlich nicht mehr gewachsen. ;)

Hurra, die Guten (aus historischer Sicht) haben gewonnen und wir hatten unseren Spaß.

Resümee: Die Stimmung war toll, die Schlacht war größer als zuvor, die Ausrüstungen schön anzusehen und wir alle freuen uns auf nächstes Mal.

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