Schaukampfgruppe Dreynschlag - Historisches Fechten
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Auftritte 2004

Lange Nacht der Museen - die Wiener Rüstkammer

Finally...

Am 9. November, in der „Langen Nacht der Museen“, ist ein lange gehegter Wunsch Wirklichkeit geworden. Wir erhielten erstmals Gelegenheit historisches Fechten in einem Museum zu präsentieren – noch dazu in einer Umgebung die für eine solche Vorführung geeignet ist wie keine andere: in der Hofjagd- und Rüstkammer in der Wiener Neuen Burg. Dieses leider wenig bekannte Museum beherbergt die größte und bestdokumentierte Sammlung adeliger Waffen und Rüstungen der Welt, und nebenbei auch noch über 1.000 Gebrauchswaffen.

Dr. Pfaffenbichler, Kurator der Rüstkammer, hat der Sammlung einige repräsentative Stücke entnommen, um dem Publikum Originale zeigen zu können. Diese Waffen – Dolche, Schwerter, eine „breite Wehr“ (auch Tortenheber genannt), ein Buckler und eine Mordaxt – durften von den Leuten mit Handschuhen angefasst werden und sind mehrmals in der Masse begeisterter Kinder verschwunden, dann aber zum Glück wieder aufgetaucht, ohne jemanden enthauptet oder ernstlich verletzt zu haben.

Unsere Fechtvorführungen stießen ebenfalls auf großes Interesse. Beide Male sahen etwa 200 Leute zu, und obwohl wir etwa eine Stunde erklärt haben und herumgehampelt sind, ist kaum jemand abgewandert. Unter der prachtvollen Kuppel im Obergeschoß der Neuen Burg durften wir auf blankpoliertem (rrrruuutsch!!!) Marmor ausgewählte Techniken präsentieren. Obwohl wir uns bemüht haben, den Boden weder vollzubluten noch zu beschädigen, ließ sich ein Kratzer mit der Mordaxt nicht vermeiden. Naja, die Restauratoren werdens schon richten… Wir zeigten mit Dolch, Dussack, Schwert und Mordaxt ein „best of“ mehrerer Fechtbücher, von Ringeck über Talhoffer und Wallerstein bis Dürer („there is always time for a little Dürer“). Die Bedingung, Techniken mit Waffen zu zeigen, die in der Rüstkammer vorhanden sind, war leicht zu erfüllen – die haben eh alles dort. Nur für den gar nicht adeligen Dussack musste eben die „breite Wehr“ herhalten.

Es war eine schöne und wohl auch erfolgreiche Veranstaltung, für uns und für das Museum etwas Neues; sie wird aber hoffentlich bald eine Fortsetzung finden.


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