Schaukampfgruppe Dreynschlag - Historisches Fechten
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Auftritte 2004

Bellum Viritim 2004

Schwerer Block voooooooooooooooor!

Dieses Kommando löste so manche Panik aus, denn bei diesem Befehl rollte eine Abteilung mit fast 750 kg Lebendgewicht auf die Gegner zu. Ach ja... hab ich schon erwähnt, dass die Abteilung aus nur 5 Männern bestand? :-)

Doch fangen wir am Anfang an. Der Einladung folgend machte sich eine kleine Abordnung Richtung Spittal/Drau auf und folgte dem Ruf der "ersten" Reenactors-Feldschlacht Österreichs (Spätmittelalter betreffend!!!). Wir kamen am Donnerstag und teils am Freitag an und wurden von Michi und Elke nett begrüßt. Schnell waren die Zelte aufgestellt und das Lagerfeuer hergerichtet und unsere Freunde von der Turba Ferox betrunken! *gg*

Elke sorgte für unser leibliches Wohl und überhäufte uns mit Getränken und Kaltverpflegung. Es war soviel, dass wir es in den ganzen 4 Tagen nicht schafften es aufzuessen und auszutrinken. Hier nochmals ein riesiges Dankeschön fürs Einhalten und sogar noch Übertreffen der Versprechungen, ist leider heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr.

Unsere Lagerwiese füllte sich und schon bald hatten wir einen Pulk aus rund 12 Zelten bei uns stehen. Unsere Kumpels von Rittersporn, den Soldknechten, der Eysenklang, den Prima Nocte, der Turba Ferox und auch 2 Zelte von uns lieferten ein nettes Bild für die Besucher. Waffen und dumme Leute gabs in unserem Bereich genug zu sehen und so hatten wir und auch die Zuseher viel Spaß.

Der Donnerstag verlief noch recht ereignislos, kurzes Abchecken der Lage, Leute kennenlernen und beschnuppern und dann schon mal ein bissi stänkern um die Stimmung für Samstag und Sonntag ein bisschen anzuheizen. Und glaubt mir eines.... es hat geklappt! *harrharrharr*

Am Freitag erste Besprechungen und Erkundigungen, letzte Rüstungsteile wurden noch vor Ort fertig gestellt und die Waffen und Rüstteile mußten der Musterung unterzogen werden. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen was die Kommission alles zuließ. Das große Messer war für sie ok (1,6 m lang, spitz und ca. 5 kg schwer), mein großer Wikinger ebenso (1,6 m lang, 7 cm breite Klinge und ca. 5 kg schwer), aber als dann auch noch der Flegel zugelassen wurde, verstanden wir die Welt nicht mehr, freuten uns aber und waren mehr als zuversichtlich die Geschichte zu ändern!

Worum ging es eigentlich? Nun es ging darum, dass der Kaiser (Friedrich III) seine Truppen aussandte um den Grafen von Görz dazu zu bewegen, ihm die Ortenburg nicht streitig machen. 1460 wurde dann nach ein bissi Hick-Hack der Friede von Pusarnitz unterzeichnet, wo der Graf von Görz einiges an Zugeständnis machen mußte, um überhaupt ungeschoren davonzukommen. Man kann also daraus schließen, dass er den Kampf verloren hat.

Nun aber zurück zum Markt.... die Stände waren gut ausgesucht, ein Händler, der auch die Company of Saynt George ausstattete, war mit Rüstungen, Stoffen und div. anderen Utensilien gekommen und die beiden Lager waren hervorragend ausgestattet und besucht. Alles in allem konnte man rund 200 Leute in teils sehr guter Gewandung betrachten und bestaunen. Elke (die gute Seele des Festes) und Michi ließen nichts unversucht uns bei Laune zu halten und sorgten sich weiterhin um unser Wohl. Auch als sie von ein paar Leuten hängen gelassen wurden, verloren sie nicht die Übersicht und Nerven. *Gratulation*

Das Wetter war schön und die Temperaturen schwankten von glühend heiß bis bitter kalt. Nur am Freitag abend bzw. in der Nacht regnete es zeitweise, das tat aber der Stimmung keinen Abbruch und wir feierten lustig und munter weiter.

Am Samstag war es dann soweit. Hektische Besprechungen der Hauptleute und "Unteroffiziere", Einteilung der einzelnen Blöcke und taktisches Gespräch wie wir die Sache wohl angehen würden, denn mit hintergründig war hier nix zu holen. Bereits den gesamten Freitag und auch am Samstag vormittag und mittag betrieben wir psychologische Kriegsführung und liefen mit Schlachtgesängen durch den Markt und drohten unseren Gegner ihnen die E*** abzuschneiden und sie zum Frühstück zu essen. Es zeigte doch Wirkung, denn kurz vor Schlachtbeginn wurden wir von Elke nochmal im Vertrauen gefragt ob wir eh nur Spaß machen. *triumphier* *gg*. Ihr das versichernd machten wir uns also daran, das Ganze noch ein bissi zu steigern und brüllten das gesamte Lager zusammen.

Um 15:30 Uhr stellten wir uns dann im Lager auf und marschierten geschlossen in Richtung (leider viel zu kleinem) Schlachtfeld. Dort angekommen, gabs mal wieder ne Menge Gegnerbeschimpfung und Kraftprotzerei und als dann endlich die 3 Schiedsrichter auf Feld kamen, wurden sie von uns lautstark begrüßt. *gg* Dem Publikum hats jedenfalls gefallen und schon hatten wir (die ja eigentlich die Usurpatoren waren) die Sympathien auf unserer Seite. Mit doch beträchtlicher Verspätung kamen dann auch die Gegner (die Kaiserlichen) aufs Schlachtfeld und bezogen unter heftigem Gelächter und Schmähgerufe Stellung. Da auf beiden Seiten zum Großteil Neulinge im Geschäft der Feldschlacht standen wusste keiner von uns so recht, was auf uns zukommen wird, aber wir dachten uns, je lauter wir sind, umso mehr scheißen die sich in die Hose und wir waren seeeeeehr laut! *hihihi* "WIR KRIEGEN EUCH ALLE!" schallte es quer durch den Markt und wir hatten ja sooooo recht! *gg*

Der Text wurde also hinunter geleiert, was aber eigentlich völlig egal war, denn das Publikum konnte ihn sowieso nicht verstehen (nicht wegen dem Dialekt, sondern wegen der Lautstärke), daher Ansuchen an die Orga: Das Ganze bitte über eine P.A. laufen lassen!! Sodann stellten wir uns zur Schlacht auf. Unsere Taktik war sehr gut, wir standen im dichten Lanzenverband am oberen Ende des Hügels und ließen den Gegner kommen. Die Bogenschützen richteten am Samstag nur wenig gegen uns aus und so waren wir auch nur gering dezimiert worden. Die Kaiserlichen kamen also den Hügel hinauf, unklugerweise in 3 Blöcken, während wir wie eine Mauer dastanden und ihnen 3,5 m lange Lanzen entgegen stellten (jaja, SIZE DOES MATTER!!!) Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, mir einen ganz bestimmten jungen Mann herauszupicken und ihm auf Abstand von 4 m vors Angesicht zu treten und ihn ausdrücklich darauf aufmerksam zu machen, dass seine Ohren heute Abend an meinem Gürtel hängen werden. Das Gesagte blieb auch nicht ungehört und somit war mein Ziel erreicht, denn "Feind" war noch nicht mal ein Drittel von mir (oh ich Schwein! *gg*) und bekam Augen wie eine Lemure bei Nacht.

Nach einigen Versuchen uns einzukreisen gaben sie es dann schließlich auf und versuchten einen Frontalangriff, dieser verpuffte jedoch sofort an dem von mir kommandierten Lanzenwall. Die Hauptstreitmacht des Gegners mit ca. 15 vollgerüsteten Kämpfern war nach 20 Sekunden erledigt. Die leichten Fußtruppen des Feindes versuchten noch immer hartnäckig an unseren Lanzen vorbei zu kommen, schafften es aber nicht und schlußendlich wurde das Heer des Kaiser (der Geschichte zum Trotz) nach wenigen Minuten aufgerieben und der Graf von Görz hätte zumindest heute die Burg gewonnen gehabt. Unser Martin tat sich somit schwer,den ihm auferlegten Text zu sagen, denn dieser lautete: "Gut, ich sehe es ein, für heute gebe ich mich geschlagen und ziehe mit meinen Mannen ab" (oder so ähnlich). Da es aber das Publikum eh nicht verstanden hat, war es auch egal, dass er ihn nicht gesagt hat.

Was wir halt zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, war die Tatsache, dass es beim Schlachtende noch nicht einmal 17:00 Uhr war und eigentlich hätte die Schlacht erst um 17:00 Uhr beginnen sollen. So waren also einige Besucher ungehalten und erbost. Nun, dem konnte ja rasch abgeholfen werden. Schnell formierte sich eine (nun kleinere) Schar an motivierten Leuten der Kategorie C und prügelte sich weiter und weiter und weiter und weiter usw. Das ging dann noch bis 17:45 und jeder Besucher kam somit auf seine Kosten.

Der Abend ging mit einem Konzert des 11. Chors und viel Spaß zu Ende. Alle pflegten ihre Blessuren und versorgten ihre Ausrüstung und reparierten was zu Bruch ging (sofern möglich) und irgendwann so gegen 4:00 Uhr war es dann still am Marktplatz! *gg* Jedoch nicht bevor eine kleine Abordnung unserer Kärntner Alliierten das Banner der Elefanten aus Südtirol geflaggnapped hatte! *gg*

Der Sonntag begann damit, das wir uns mit Michi (dem Veranstalter) unterhielten und die Elefanten auf der Suche nach ihrer Fahne waren. Michi war mit der Schlacht vom Vortag nicht sehr glücklich. Komisch, hat er evtl. zu schnell verloren?? :-) Wobei es ihm gar nicht darum ging, sondern nur um die Zuseher, denn diese hatten natürlich nur wenig vom taktisch hervorragend aufgestellten Block von uns, da wir einfach im Verband gegen die Leute vorgehen mußten. Wir vereinbarten also eine neue Formation mit ihm und ließen nun einzelne Wellen gegen einander antreten. Dies brachte aber dann den wohl historisch ersten, aus Personen bestehenden Panzer zu Tage und sie hatten ja keine Ahnung, was DAS zu bedeuten hatte.

Um 15:00 Uhr betraten wir also wieder die Arena (diesmal zum richtigen Zeitpunkt und nicht zu früh) und wieder mußten wir auf den Gegner warten und schon wurden sie wieder ausgepfiffen und verhöhnt und ich bin mir sicher, dass man unseren Block sogar noch in Spittal gehört hat! Wieder wurde der Text runter geleiert und wieder hat ihn niemand verstanden. Na egal. Martin, der wieder den Grafen von Görz gemimt hat, sandte als erste Abordnung unser Sondereinsatzkommando in die Schlacht, das war niemand geringerer als SITTING!!!! mit einer riesigen Bratpfanne mit 1,5 kg Sauerkraut darin, flankiert von zwei Messerschwingern und dem Flegel. Sitting rannte voll motviert und "IHR SUPPENSCHLÜMPFE" brüllend auf den Schilderwall zu, schleuderte die Pfanne mit dem Sauerkraut auf den Wall (inkl. der Pfanne versteht sich) und rannte weiter bis in den Block hinein. Da Sitting zwar groß ist, aber nicht gerade zu den körperlich Stärksten gehört prallte er auch sogleich davon ab und die gesamte Optik glich einem Tom&Jerry Bild! Das SEK wurde leider schnell aufgerieben und so kam die Devastation in personi! :)

"SCHWERER BLOCK VOOOOOR!" hallte es von Martins Mund und 5 Personen suchten Aufstellung. Der Blick der Gegner, die zuvor noch gegrinst haben, wechselte in nackte Panik, denn jetzt rollten 750 kg an wutentbrannter Menschenmasse auf sie zu. Schnell war der gegnerische Schilderwall zerbrochen, allein ich räumte mit dem ersten Ansturm 4 Leute nieder, letztendlich mußten wir uns aber der Übermacht der 30 Gegner stellen und wurden niedergemacht, aber es ging ja noch weiter. Beim Retourgehen an unsere Ausgangsstellung sahen wir den Obmann der Turba Ferox auf dem Feld sitzen und aus dem Mund bluten. Er wurde von einem Pfeil mitten im Gesicht getroffen und verlor leider 2 Zähne (is aber eh egal, denn schön war er sowieso vorher auch nicht! *fg*).

Schnell wurde er versorgt und ins Krankenhaus gefahren und die Schlacht ging weiter, Welle um Welle wurde vom Gegner zurückgeschlagen bis... nun bis wieder das Kommando "SCHWERER BLOCK VOOOOOR!" ertönte und der Panzer rollte wieder, diesmal in die andere Seite des Gegners (die sahen uns schwerer aus! :-) ). Diese Seite jedoch hatte zuvor beobachtet was wir anstellen können und kroch zum Teil aus der Absperrung hinaus, ein Bild für Götter und auf einmal sahen wir uns 5 wieder nur den gesamten 30 gegenüber, wir wehrten uns tapfer und starben ehrenvoll. :-)

Beim dritten Angriff des schweren Blocks wurden sie dazu verdonnert stehen zu bleiben und bekamen die gesamte Macht und Urgewalt von uns zu spüren. Sollte ich eigentlich mal erwähnen, dass in diesem Block die Personen nicht nur schwer sondern auch stark waren? Es waren nämlich ein Wrestler, der auch noch 1 Jahr Footballerfahrung hat (ich), drei Footballer (Walter, im übrigen 2 m groß, Oger und Günther (Prima Nocte)) und ein übermotivierter Lehrer für Informatik (Koarl (Turba)). Der leichteste von uns hatte 115 kg und der schwerste trat mit 170 kg an und somit begann das Zwergenkegeln. Egal wo wir hinlangten, die Leute flüchteten zuerst und kurz darauf wurden wir vom Rest der Einheit überrannt.

Zu guter Letzt traten wieder beide Formationen gesamt gegeneinander an und als das der Fall war, hatte wieder unsere Seite die klare Oberhand, denn niemand widersetzt sich uns und unserer Kampfgewalt!

Nach feierlicher Aufgabe und Zusage, dass wir die Ortenburg nie wieder angreifen würden, zogen wir vom Schlachtfeld. Zuvor umarmten wir uns noch und freuten uns, dass so wenig passiert ist. Das Banner der Elefanten kam wieder zu den rechtmäßigen Besitzern und alle verabschiedeten sich.

Im Lager wurde dann mal zu Ende geschwitzt und wir begannen das Lager abzubrechen. So gegen 20:30 machten wir uns dann auf den Heimweg und um 2 war der Großteil von uns schon daheim und hat geschlafen.

Alles in allem, ein super Fest, das sehr viel Spaß machte und mit Sicherheit auf ewig einen Ehrenplatz in meinem Shitcorner haben wird! Danke Elke, danke Michi, danke dem Rest von allen Gruppen die da waren!

Bigman


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