Der historische Hintergrund zur Erinnerung:
Die „Rosenkriege“ sind in den 1460er und 70ern zwischen
den Häusern Lancaster (rote Rose) und York (weiße Rose) um
die „legitime“ Thronnachfolge in England geführt worden.
Tewkesbury ist eine von mehreren Schlachten von 1471 aus den „Rosenkriegen“,
die dieses mal vom Hause York gewonnen wurde.
Und wiedereinmal ist es geschafft - nach einer langen
Fahrt sind die Leute und der Zeltplatz auf der neuen Wiese trotz einer
nicht allzu gut beschilderten Umleitung wegen eines Wasserrohrbruches,
gefunden und einige Zelte stehen auch schon. Die etwas kleinen und verstreut
liegenden Zeltplätze werden schon knapp, denn es sind dieses Jahr
so viele "Living History" Zelte mehr, und auch das Plastikcamp
ist schon schwer überfüllt - aber Platz ist ja bekanntlich in der
kleinsten Hütte.
Die Leute sind Gary und sein "Montgomeryshire
Levy" aus Wales (ein Haufen "zsammgfangter" Bauern und
ein bis zwei "Söldner" als Kommandeure – entsprechend
schön abg’fuckt und einfache Rüstungen) und Phill mit
seinen Leuten aus Plymouth (eher "Ritter" oder ordentlich
Gerüstete halt...), und deren Ehrenmitglied ich seit diesem Wochenende
bin, die am Samstag zu einer "echten"" Feuerzangenbowle
(so richtig mit Zuckerhut und hochprozentigem Rum und so....) geladen
haben; das war eine feine Art der Abwechslung.
Die Stimmung im Lager war trotz der großen Hitze
(ja! Und das nun schon seit über 3 Wochen – ja! 32°C
und 34°C sind in UK Mörderhitze! Was unsereins ein müdes
Lächeln abverlangt, denn die meisten unserer Auftritte sind bei
um die 36°C) immer nett und unterhaltsam. Und jeden Morgen, wenn
mich nicht die Sonne geweckt hat, waren es die allseits so beliebten
Gaskocher, die Frühstücksdüfte verbreiteten. Jeden Tag
konnte ich mir einen Becher heißes Wasser für meinen Tee
schnorren, und einmal wurde ohne große Umstände einfach noch
eine Kanne für mich aufgesetzt – das ist Gastfreundschaft!
Der Markt ist gegenüber letztem Jahr noch ein
wenig größer geworden. Wobei natürlich auch einige Ramschstandln
dabei waren, und einige von den angebotenen Waffen und Rüstungen
hätte ich nicht einmal angreifen wollen....
Aber wie auch schon letztes Jahr festgestellt:
... bring einen Sack voll Geld und du kannst dich einkleiden, rüsten,
bewaffnen, Akzente durch Schmuck und Accessoires setzen, das Lager voll
einrichten und das Bett für das eben bestellte, noch zu liefernde
Zelt erstehen. Und das ist sogar teilweise zu einem guten Preis / Leistungsverhältnis
möglich.
Den Vogel in puncto Skurrilität hat das „solar-powered
cinema“ abgeschossen; es ist wie es heißt – mit Solarzellen werden
die Batterien für den Projektor und die Musikanlage geladen. Zu sehen gab es
unter anderem „Jabberwocky“ und andere groteske Filmkunst.
Zwischendurch wurden die Anwesenden mit House, Trance und Goa unterhalten...
naja, es mag nicht jedermanns Geschmack sein, aber lustig ist es trotzdem
und hätte trotzdem besser auf ein Rave gepaßt.
Was soll man zur Schlacht schon viel sagen......
Trotz der Hitze fast 2000 Leute auf dem Schlachtfeld, die es lustig
dabei hatten, sich zu prügeln, und nachher im Bierzelt oder beim
Lagerfeuer bei einem, oder eher unzähligen Bieren zu versummpern.