Was kommt dabei heraus, wenn man eine bürgerliche
Fechtgruppe aus Wien, Kämpfer zu Fuß und zu Pferd aus der
Slowakei und Söldner aus Kärnten zu einem Mittleraltermarkt
nach Judenburg einlädt?
R I T T E R
Aber sieht man einmal davon ab, dass die Judenburger uns auf ewig als
die Rittergruppe Drynschlag im Gedächtnis behalten werden, war
das Mercatum eine sehr gelungene Veranstaltung. Es gab viel zu sehen
beim „größten Ritterturnier Österreichs“;
zahlreiche Handwerker und Schaukampfgruppen hatten ihr Lager aufgeschlagen
um den Markt ein gelungenes Flair zu verpassen. So auch die ortsansässige
Rittergruppe zu Judenburg, welche sich mit ihren Nachbarn, den Schaukämpfern
aus Zeltweg eine ebenbürtige Vorstellung lieferten.
Am Sonntag um Elf war es dann auch für uns soweit. Hatte ich am
Vortag diesen Termin noch mit der typischen Skepsis eines Publizistikstudenten,
der aus erholungstechnischen Gründen keine Vorlesungen vor zwölf
Uhr besucht, betrachtet, so wurde ich doch eines Besseren belehrt.
ES GIBT EIN LEBEN VOR DEM MITTAGESSEN!!!
Voller Faszination sah ich, dass die Sonne nicht am Zenit den Tag beginnt
sondern, man möchte es nicht für möglich halten, irgendwo
aufgeht. Nach langem Herumfragen erfuhr ich auch, dass sie regelmäßig
von einer Seite kommt; und sogar immer von der Gleichen, Osten nämlich.
Unfaßbar…
Aber zurück zu Judenburg; der Auftritt lief problemlos über
die Bühne, und damit auch meine Feuertaufe. (laut Schnakis Definition
bin ich jetzt auch endlich Dreynschläger. FORZA ICH *gggggg*) 20
Minuten und ein beinahe Lachanfall von Harry später, verließen
wir unter tosenden Beifall die Bühne. Ja sie liebten uns, zahlreiche
Bruchen* und Unterkleider wurden uns zu Füßen geworfen. Wir
erhielten eindeutige Angebote von den fanatischen Mittelaltergroupies,
und die Massen versuchten alles um zu uns in den VIP Bereich zu gelangen.
All das entspricht auch der Wahrheit; die Bruchen wären uns wirklich
zu Füßen gelegen, hätte irgendwer welche gehabt, das
eindeutige Angebot war von meiner Freundin, und Schwachsinnige hatten
tatsächlich unseren Zeltbereich niedergetrampelt um die Pferdeshow
von Tostabur zu sehen.
Auch der zweite Auftritt lief ohne Komplikationen über die Bühne,
und unter den Anfeuerungsrufen der Soldknechte aus Kärnten lieferten
wir eine durchaus gelungene Show ab. Die Szene danach wiederholte sich;
ich könnte schwören der Gesichtsausdruck der Zuseher schrie
förmlich: „Wo bekomme ich eine Bruche zum Werfen her“.
Ebenso das eindeutiges Angebot und natürlich auch die Zombies,
die wie Schafe durch unser Lager schlurften.
Um 18:00 war es dann soweit; der Ausmarsch… Wir packten langsam
unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Heimweg. Manche
von uns ließen den Abend noch beim gemütlichen Ministry Konzert
ausklingen. (Haha, habs rechtzeitig geschafft)