Schaukampfgruppe Dreynschlag - Historisches Fechten
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Mercatum Judenburg 2003

Wir sind KEINE Ritter

Was kommt dabei heraus, wenn man eine bürgerliche Fechtgruppe aus Wien, Kämpfer zu Fuß und zu Pferd aus der Slowakei und Söldner aus Kärnten zu einem Mittleraltermarkt nach Judenburg einlädt?

R I T T E R

Aber sieht man einmal davon ab, dass die Judenburger uns auf ewig als die Rittergruppe Drynschlag im Gedächtnis behalten werden, war das Mercatum eine sehr gelungene Veranstaltung. Es gab viel zu sehen beim „größten Ritterturnier Österreichs“; zahlreiche Handwerker und Schaukampfgruppen hatten ihr Lager aufgeschlagen um den Markt ein gelungenes Flair zu verpassen. So auch die ortsansässige Rittergruppe zu Judenburg, welche sich mit ihren Nachbarn, den Schaukämpfern aus Zeltweg eine ebenbürtige Vorstellung lieferten.

Am Sonntag um Elf war es dann auch für uns soweit. Hatte ich am Vortag diesen Termin noch mit der typischen Skepsis eines Publizistikstudenten, der aus erholungstechnischen Gründen keine Vorlesungen vor zwölf Uhr besucht, betrachtet, so wurde ich doch eines Besseren belehrt.

ES GIBT EIN LEBEN VOR DEM MITTAGESSEN!!!

Voller Faszination sah ich, dass die Sonne nicht am Zenit den Tag beginnt sondern, man möchte es nicht für möglich halten, irgendwo aufgeht. Nach langem Herumfragen erfuhr ich auch, dass sie regelmäßig von einer Seite kommt; und sogar immer von der Gleichen, Osten nämlich. Unfaßbar…

Aber zurück zu Judenburg; der Auftritt lief problemlos über die Bühne, und damit auch meine Feuertaufe. (laut Schnakis Definition bin ich jetzt auch endlich Dreynschläger. FORZA ICH *gggggg*) 20 Minuten und ein beinahe Lachanfall von Harry später, verließen wir unter tosenden Beifall die Bühne. Ja sie liebten uns, zahlreiche Bruchen* und Unterkleider wurden uns zu Füßen geworfen. Wir erhielten eindeutige Angebote von den fanatischen Mittelaltergroupies, und die Massen versuchten alles um zu uns in den VIP Bereich zu gelangen.

All das entspricht auch der Wahrheit; die Bruchen wären uns wirklich zu Füßen gelegen, hätte irgendwer welche gehabt, das eindeutige Angebot war von meiner Freundin, und Schwachsinnige hatten tatsächlich unseren Zeltbereich niedergetrampelt um die Pferdeshow von Tostabur zu sehen.

Auch der zweite Auftritt lief ohne Komplikationen über die Bühne, und unter den Anfeuerungsrufen der Soldknechte aus Kärnten lieferten wir eine durchaus gelungene Show ab. Die Szene danach wiederholte sich; ich könnte schwören der Gesichtsausdruck der Zuseher schrie förmlich: „Wo bekomme ich eine Bruche zum Werfen her“. Ebenso das eindeutiges Angebot und natürlich auch die Zombies, die wie Schafe durch unser Lager schlurften.

Um 18:00 war es dann soweit; der Ausmarsch… Wir packten langsam unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Heimweg. Manche von uns ließen den Abend noch beim gemütlichen Ministry Konzert ausklingen. (Haha, habs rechtzeitig geschafft)

* Bruche = mittelalterliche Unterhose

Bert

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