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Auftritte 2002

Tewkesbury 2002

2000 Dosen prügeln aufeinander ein!

Tewkesbury ist ein kleines Städtchen an der Westküste Englands zwischen Gloucester und Worcester mit einer uralten Abtei , die nicht nur sehr schön ist, sondern in deren Shop es auch wunderbare Marmeladen,Chutneys und Schottenröcke zu erstehen gibt.

Die Abbey und das Umland waren 1471 Schauplatz einer brutalen und grausamen Schlacht der sogenannten „Rosenkriege“ zwischen dem Haus Lancaster und York in der es (wie immer) um den „rechtmäßigen“ König ging

Die Schlacht hat sich lange hingezogen, bis sich letztendlich die Anhänger des Hauses York durchsetzen konnten, und die fliehenden wie auch die in der Abbey Schutz suchenden Anhänger des Hauses Lancaster abgeschlachtet haben. In dieser Schlacht ist auch Heinrich VI gefallen, der gerade erst 1470 aus dem Exil in Frankreich nach England zurückgekehrt war.

Alljährlich findet zur Erinnerung an diese Schlacht im Juli ein nichtkommerzielles Treffen der Reenactors in Tewkesbury statt.

Dieses wird auch von vielen Spätmittelalterdarstellern aus anderen Ländern Europas besucht. Es gibt dann einen sehr schönen Markt, auf dem man sehr schöne Replikate (von Ton-, Zinn- und Schmiedewaren, über Kleidung und Schmuck, bis zu Waffen und Rüstungen) erstehen kann. Natürlich fehlen dabei auch die Hexen- und Magier- Mystikstände nicht.

In den Lagern und bei der Schlacht ist jedoch ausschließlich das „15. Jahrhundert“ zugelassen.
Die Lager, teilen sich in das Lancastrian-und Yorkistencamp, die jeweils am Ende des Schlachtfeldes sind, und das „Plastikcamp“.In den ersten beiden sind nur historische Zelte und Ausrüstung zugelassen (Living History), das Wort „Plastikcamp“ spricht für sich. Etwas ungewohnt ist es nur, daß viele Engländer – auch die in den Living History Camps – die Campingsessel und Gaskocher auspacken und einen Grill- und Picknikabend beginnen, sobald die Besucher weg sind.

Höhepunkt ist am Samstag und am Sonntag die Nachstellung der Schlacht mit 1500 bis 2000 Kämpfern die mit großem Enthusiasmus ordentlich aufeinander einprügeln (die Engländer sind da nicht sehr zimperlich – die spielen ja schließlich auch gerne Rugby ... ).

Ein weiterer „Höhepunkt“ ist unbestritten das Bierzelt. Dort versorgt der „Drunken Monk“ die durstigen Kehlen mit allerlei Hochprozentigem, auch mit grotesken Mischungen. Und daß in England gerne und viel getrunken wird, ist ja auch kein Geheimis. Dort kann es auch passieren, daß Landsknechte mit Irokesenfrisur und Latexkostümen oder allerlei schräges schwarzes Volk im nächtlichen Treiben auftauchen.

Alles in allem läßt sich sagen, daß die Engländer weder so langweilig noch so farblos sind, wie es ihr Ruf oft glauben macht, sondern ein munteres Völkchen, daß mit großem Enthusiasmus dem bunten, ausgelassenem Treiben huldigt.

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