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Auftritte 2002

DAADEN 2002

Die Company lud ein und feierte ein Fest

Vom 17. bis 20. Mai 2002 nahmen wir an einer Spätmittelalterveranstaltung der Reenactment-Gruppe „Company of Saynt George“ bei Frankfurt teil.

Historischer Hintergrund war die Belagerung der Stadt Neuss durch Burgundische Truppen im Jahre 1474. Die „Company of St. George“ hat auf dem Gelände eines Truppenübungsplatzes der Bundeswehr die Versammlung eines Aufgebotes zum Entsatz der Stadt Neuss nachgestellt.

Es war das erste “spätmittelalterliche“ Treffen dieser Größenordnung mit Teilnehmern aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Wenn auch der Gesamteindruck positiv war, so kämpfte die Veranstaltung doch noch mit vielen Problemen und „Kinderkrankheiten“ und leider hinterließ ausgerechnet die teilweise deutlich überforderte Organisation der „Company“ den unangenehmsten Eindruck dieser Veranstaltung.

Es war alles jedoch ein Erstversuch und so sind auch Probleme aufgetreten, mit denen niemand gerechnet hat, und es wurde allen An-wesenden zugesichert, dass Probleme dieser Art bei der nächsten Ver-anstaltung vermieden werden.

Das befestigte und bewachte Lager mit dutzenden Zelten entlang von Lagerstraßen war jedenfalls beeindruckend, ebenso das reibungslose Zusammenspiel zwischen den vielen anwesenden Gruppen, die die Veranstaltung ständig in Gang gehalten haben . So hat sich vom morgendlichen Wecken über den täglichen Drill bis hin zum Kochen und der Freizeitgestaltung ein buntes, vielfältiges Bild mittelalterlichen Lagerlebens entwickelt.. Einschließlich eines Deckenhandels bei dem geschachert wurde, daß sich die Balken (oder besser die Sumpfwiese) gebogen haben.

Schwieriger als das Lagerleben, war das militärische Leben zu gestalten, da keiner der Kommandanten der anwesenden Gruppen Erfahrung im Kommandieren und Manövrieren größerer Truppeneinheiten hatte. Immerhin sind gut 50 Halmbardiere ins Feld gezogen und mit ihnen mehrere Geschütze mitsamt (zu kleiner) Bedienmannschaft sowie ein kleiner Trupp Bogen- und Büchsenschützen.

Auch wenn dies ein sehr eindrucksvolles Bild ergeben hat, so musste doch auch Kommandant Dietrich Pott erkennen, daß es in der Realität schwieriger ist, so einen großen Haufen zu koordinieren / kommandieren, als in der Theorie, und daß das Resultat sicher nicht der von ihm erhoffte Höhepunkt in seiner „militärischen Laufbahn“ gewesen ist. Die Ausbildungszeit für die einzelnen Truppenteile war leider viel zu kurz bemessen. Im ehrgeizigen Bestreben, den anwesenden Gruppen möglichst rasch ein möglichst großartiges Spektakel zu bieten, hat man hier wohl ein wenig zu übereilt gehandelt. Dabei war man teilweise auch sehr leichtfertig, da man ungeübten Leuten scharfe Blankwaffen zum Exerzieren überantwortet hat.

Die Teilnehmer sind sich jedoch alle der Tatsache bewusst gewesen, dass dies der allererste Versuch dieser Art gewesen ist und ließen sich trotz teilweiser Enttäuschung dadurch nicht die Laune verderben. Im Gegenteil: das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Gruppen hat sogar noch mehr zugenommen und die Freude am gemeinsamen Spiel ist deutlich zu erkennen gewesen.

Spontan haben sich im Lager immer wieder Tanzgruppen zu liebenswerter Musik gebildet, Leute haben sich zum Ballspiel (Kingley) getroffen oder haben im Fechtkreis die Schwertkunst geübt, oder haben sich einfach nur zu geselligem Beisammensein getroffen, wobei das Auge auf Grund der mehrheitlich guten Qualität der Kostüme und der gebotenen Darstellung immer wieder aufs Neue erfreut worden ist.

Als das Wochenende vorbei war, sind sich alle einig gewesen, diese Veranstaltung wiederholen zu müssen, da sie letzten Endes doch überwiegend positiv verlaufen ist und einen sehr wichtigen Impuls für alle teilnehmenden Spätmittelalter-Darsteller gebracht hat.

Werner Froehlich

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