Das Noob-Fest
Als brav arbeitender Mensch der ich nun mal bin konnte ich die Reise gen Mauterndorf erst um 5 Uhr Nachmittags (gemeinsam mit Bert und Succo) antreten, während alle anderen bereits zu Mittag aufbrachen. Man stelle sich nun meine herbe Enttäuschung vor als ich in Mauterndorf ankam (es hatte natürlich gerade begonnen zu regnen) und feststellte dass vom Dreyn-Lager noch nichts stand! Mist – doch mithelfen beim Aufbau
Der Grund des späten Lageraufbaus fand sich in Enzis Auto welches den Anhänger zog. dessen Navi hatte ihn über einen Umweg von gut 100 Kilometern (plus längeren Pausen wegen überhitztem Motor) spät aber doch noch nach Mauterndorf gebracht. (es hat ja doch seine Vorteile sich kein Navi leisten zu können
). Der Rest der bereits lange vorher eingetroffenen Dreyn-Crew samt unserer 3 Gäste von der Turba hatte in der Zwischenzeit nichts besseres zu tun gehabt als die (gottlob bereits vorhandenen) Alkoholreserven zu dezimieren.
Wenig später stand das Lager dann aber, trotz der zahlreichen Wurzeln im Boden die sich ausgerechnet immer da befinden mussten wo wir Zeltheringe einschlagen wollten. Basti schaffte es unter anderem einen Hering gut 10 cm durch eine Baumwurzel zu treiben, was uns später bei der Abreise noch viel Freude bereitete (Wurzel freilegen, zu dritt (!) erfolglos am Hering zerren…
). Es kehrte schließlich Gemütlichkeit ein, der Regen hörte bald darauf wieder auf (selbstverständlich, wir saßen ja alle unterm Sonnen/Regensegel und boten kein lohnendes Ziel mehr) und wir machten uns gemeinschaftlich daran die restlichen von der Vorhut noch verschont gebliebenen Alkoholvorräte aufzubrauchen.
Der nächste Tag begann wider erwarten nicht verregnet – eigentlich war für das gesamte Wochenende Regen angesagt – wir hatten aber Glück und wurden nur höchste selten und immer nur in erträglichem Maße nass. Da ich einer der ersten war die dem Bett wieder entflohen konnte ich gleich mit der Gastfreundschaft der Orga Bekanntschaft schließen, die uns pro Person ein Gutscheinheft spendierte. An beiden Tagen! Und zusätzlich wurde für den Abend ein Eintopf angekündigt – gratis für die Darsteller!
Nachdem im Laufe des Vormittags alle mehr oder weniger munter waren mussten wir schließlich zum gemeinsamen Umzug aller Gruppen. Man kennt das ja. Möglichst aufgetakelt und schwer bewaffnet mussten wir erst durch den ganzen Ort wandern um erst mal den Ausgangspunkt des Umzuges – die (durchaus sehenswerte) Burg – zu erreichen. Da einige Tage zuvor im Huscarl Radio wegen der herrschenden EM Euphorie und den zahlreichen Fahnen an Autos im Scherz angekündigt worden war, bald würde eine Fahnenpflicht für Ritterhelme eingeführt, ließen wir uns natürlich nicht lumpen und beflaggten unsere Helme für den Umzug
Unsere eigentlichen Auftritte gestalteten sich seeeehr angenehm
. Statt dem üblichen anstrengenden Gehampel von mehr oder weniger zahlreich vertretenem Publikum boten wir hier – Schautraining! Praktisch eigentlich
wir kommen alle zum trainieren und die Leute haben was zum zuschauen. Überaus praktisch vor allem, waren wir doch gleich 4 frischgebackene Jungdreynschläger die sich so das Einüben einer Choreografie ersparen konnten
. Schade war allerdings, dass der Lagerbereich (der dafür schön groß war) relativ abseits vom restlichen Markt lag und sich so nur wenig Besucher dorthin verirrten. Vorbildlich war dafür der Auftrittsplatz – ein komplett abgegrenztes Wiesenstück, von zwei Seiten von einer Mauer eingegrenzt von der das Publikum heruntersehen konnte, an den anderen beiden Seiten mit Holzzaun versehen – und vor allem war der Platz groß.
Der Markt selbst bot einiges an Flair. Zahlreiche Händler und viel Gastronomie ließen eigentlich kaum Wünsche offen, überall war man auch bemüht neumodische Elemente (wie Heurigenbänke und dergleichen) zu kaschieren. Auch an sonstigen Attraktionen gab es so ziemlich alles was man sich von einem ordentlichen Markt erwarten kann: Schaukämpfe der Soldurii Santicum, der Soldknechte und der tschechischen Gruppe Sic, Feuershows, sogar eine kleine Theatergruppe war vor Ort. Auch von den sanitären Anlagen her waren wir angenehm überrascht, befand sich doch eine Volksschule in der Nähe in der wir die Duschen und WCs nutzen konnten. Alles in allem ein wirklich schöner Markt.
Mein absolutes Highlight des Wochenendes ereignete sich eher zufällig, als ein Mitglied der neben uns lagernden Gungnir Snata (- Gesundheit!) diverse Leute mit ihren Waffen auf seinen gegen einen Raum gelehnten Rundschild einprügeln ließ. Mehr spaßhalber fragte ich ihn ob ich mich daran mal mit unserem Rabenschnabel versuchen dürfte – was er auch prompt bejahte. Allerdings dürfte er besagtes Gerät vorher noch nicht zu Gesicht bekommen haben, jedenfalls entgleisten ihm und einigen weiteren umstehenden geringfügig die Gesichtszüge als ich breit grinsend mit geschultertem Schnabel daherkam. Der Schild hat es jetzt hinter sich. Gut 15 cm bohrte sich der Schnabel durch.
In der Nacht auf Sonntag wurde dann fleißig geballert. Die Kompagnie St. Barbara war mitsamt Kanone angerückt und Enzi unterstützte sie tatkräftig mit seiner Hakenbüchse. (faszinierend ist, dass die Büchse fast lauter war als die Kanone
Über Nacht vollzog sich in unserem Lager seltsames. Unbemerkt von allen anderen – wohl während alle schliefen – verwandelte sich unsere Iale von der gewohnt quirligen Person die sie sonst ist in ein träges, verfilztes, seltsam riechendes etwas, das nur unter größtmöglicher Vorsicht und unter Zuhilfenahme 2,40 Meter langer Stangen (a Stick to poke!) gegen Mittag im Zelt geweckt werden konnte um einen (müden, verschleierten, vermutlich doppelten) Blick auf das Lager zu werfen während der Rest der Truppe wieder zum Umzug wanderte
Großartig zu erwähnen ist natürlich noch mein neuester Erwerb eines dummen Hutes
. Jetzt bin ich offiziell Mitglied bei den Jolly-Filzstiften
Schön wars in Mauterndorf, ich hoffe wir dürfen im nächsten Jahr wieder mit dabei sein!
Der Eugen
Bitte beachtet auch den Bericht von uns auf der Huscarl.at-Seite

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